Netzwelt stellt User-Profile vor, die mit Windows Vista warten sollten
Vista vs. XP: Welches Windows passt zu welchem Benutzer?
Moritz Zielenkewitz
Die Familie mit jungem Nachwuchs
Bei diesem Profil stehen nicht die Eltern im Vordergrund, sondern ihre minderjährigen Kinder. Das Alter, in dem Kinder beginnen, einen Computer zu benutzen, sinkt immer weiter nach unten. Neben der unschönen Tatsache, im System etwas kaputt zu machen, ist vor allem das Internet die größte Sorge der Eltern. Da es im Netz nichts nicht gibt, kann der Sprössling auch schnell an Informationen gelangen, für die er noch zu klein ist. Und weil die Eltern ihren Kindern nicht immer über die Schulter schauen können, sollte das Betriebssystem seinen Teil dazu beitragen.
Dem untergeordnet, aber ebenfalls interessant für Eltern, ist die Intuitivität des Systems: Je einfacher die Wege, je klarer die Bilder und je eindeutiger die Funktionen, desto besser kommt das Kind mit dem Computer zurecht und lernt den korrekten Umgang mit dem PC. Das minimiert auch die Fehlerquote und erhöht sowohl die Lebensdauer des Windows als auch die Motivation des jungen Users. Völlig uninteressant sind Familien allerdings meist eine hohe Hardware-Leistung und ein gut konfigurierbarer Systemunterbau.
Die Familie
Windows Vista
Windows Vista ist ziemlich perfekt auf die Bedürfnisse einer Familie zurechtgeschnitten: Die Benutzerkontosteuerung verhindert im Account des Kindes, dass wichtige Einstellungen geändert werden. Auch der Jugendschutz ist mit Vista weiter ausgebaut worden: Eltern können einen Webfilter aktivieren, Zeitlimits einbauen, Spiele auf ihre Altersbeschränkung hin blockieren und auch individuell Programme dem Zugriff ihres Kindes entziehen - mit Protokollierung. Die Eltern selbst können über ihren eigenen, passwortgeschützen Account nach wie vor alle Funktionen nutzen. Auch die grafisch aufgewertete Oberfläche, große Symbole und vereinfachte Menüstrukturen sprechen Windows Vista ganz klar die Rolle des Familien-Favoriten zu.
Der sicherheitsbewusste Profi
Das Profil des fortgeschrittenen Users zeichnet sich besonders durch Erfahrung aus: Solche Menschen haben grundsätzlich viele Jahre intensive Nutzung des Computers hinter sich, die über Standard-Anwendungen hinaus geht. Sie scheuen sich nicht, auch unbekannte Funktionen in der Systemsteuerung oder Registry zu verändern, um Dinge auszuprobieren. Freie Konfigurierbarkeit ist ihnen sehr wichtig, das Betriebssystem sollte eine möglicht perfekt auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Arbeitsumgebung sein. Anwendungen und Dienste, die ihnen keinen unmittelbaren Mehrwert bieten, empfinden sie als Ballast.
Fortgeschrittene User lassen sich auch nicht gerne kontrollieren oder von außen hereinreden. Daher sind sie Zugriffskontrollen, Einschränkungen von Dateiformaten und DRM gegenüber skeptisch eingestellt. Auch Sicherheitsfragen beschräftigen die erfahrenen Nutzer: Phänomene wie "Nach Hause telefonieren" und Sicherheitlücken sind ihnen ein Dorn im Auge. Firewall, Virenscanner und Spyware-Tools gehören bei ihnen zur Grundausstattung. Auf bunte Klickorgien können fortgeschrittene User gerne verzichten, es muss auch nicht jede Funktion mit einem Klick erreichbar sein - so lange sie sinnvoll platziert ist und funktioniert.
Der Profi-Benutzer
Windows XP
Zwar ist Spiele-Performance bei erfahrenen Usern kein K.O.-Kriterium für ein Betriebssystem, aber wenn das OS allzu verschwenderisch mit den Ressourcen umgeht, stößt ihnen das unangenehm auf. Aus diesen Gründen sollten fortgeschrittene User mit dem Wechsel auf Vista noch warten: Sie haben sich ihr XP so gut es geht individualisiert, kennen alle wichtigen Einstellungen und haben ein System, das ihnen im Rahmen der Möglichkeiten die größten Freiheiten lässt. XP kann auch bei der Sicherheit punkten, denn es hat mehr als fünf Jahre Updates, Bugfixes und Service Packs hinter sich. Millionen Programmierer haben diese Windows-Ware untersucht und durchleuchtet, Tools wie XP-Antispy entziehen das OS der Kontrolle von Microsoft.
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