Netzwelt stellt User-Profile vor, die mit Windows Vista warten sollten
Vista vs. XP: Welches Windows passt zu welchem Benutzer?
Moritz Zielenkewitz
Viele dieser unregelmäßigen User nutzen den PC meistens oder ausschließlich bei der Arbeit. Hier steht nicht der Spaß im Vordergrund, sondern klare Strukturen und ein möglichst reibungsloser Ablauf. Denn wenn etwas nicht funktioniert oder zu kompliziert ist, kostet das Arbeitszeit und Nerven. Intuitive Bedienung ist hier das Schlüsselwort - selbsterklärende Menüs und ein Betriebssystem, das Aufgaben übernimmt und Fehler verhindert. Was dieses System unter der Haube hat und welche Hardwareanforderungen es mit sich bringt, ist Nebensache.
Für den Gelegenheits-Klicker ist daher Windows Vista eigentlich eine gute Wahl: Die übersichtliche und auch noch nett anzusehende Oberfläche erleichert die Arbeit, mit Internet Explorer, Media Center, Toolbar und Messenger sind eine Vielzahl nützlicher Anwendungen bereits an Bord. Auch die großen und hochauflösenden Icons sind auf einen Blick verständlich, und falls der Weg tatsächlich mal zum Windows Explorer führen sollte, fühlt der User sich wie im altbekannten Browser und damit automatisch wohl. Auch die viel kritisierte Benutzerkontosteuerung hilft dem Benutzer dabei, nichts zu verstellen oder sich an Funktionen zu wagen, die seine Fähigkeiten übersteigen.
Der Gelegenheits-User
Windows Vista
Der einzige Punkt, der gegen Vista spricht, ist die Umgewöhnung: Den aller Wahrscheinlichkeit nach ist XP das Betriebssystem, mit dem der Gelegenheits-Klicker die meiste Zeit gearbeitet hat und sich am wohlsten fühlt. Dieser Aspekt besitzt allerdings nur bedingt Gültigkeit, da der Wechsel von XP zu Vista auch für unerfahrene Benutzer ausgesprochen einfach vonstatten geht. Außerdem ist in vielen Fällen die Ungewöhnung eh zwanghaft, wenn Firmen und Unternehmen ihre Computer auf die neue Windows-Generation aufwerten. Daher ist Vista für Benutzer, die sich nur oberflächlich mit Ihrem PC beschäftigen, sehr gut geeignet - und einem Wechsel steht nichts im Wege.
Der Zocker, Daddler, Gamer
Viele User - vor allem die jüngeren - haben ihren PC hauptsächlich zum spielen. Ihnen ist bei einem Betriebssystem daher auch hauptsächlich wichtig, dass die Spiele und Grafikstandards unterstützt werden. Auch mit den aktuellsten Treibern für Prozessor und Grafikkarte muss das System klar kommen. Darüber hinaus ist es den Gamern wichtig, dass von ihrer mühsam zusammengesparten Hardware-Leistung auch noch genug übrig bleibt, wenn sich das OS seine Portion genommen hat - speziell über den Arbeitsspeicher wird hier mit Argusaugen gewacht, denn Microsoft-Produkte sind bekannt dafür, an dieser Stelle ordentlich zuzulangen.
Um diverse Tweaks und Optimierungen seines Betriebssystem vornehmen zu können, muss die Systemsteuerung sinnvoll aufgebaut sein - und oft benötigte Funktionen dürfen nicht in dunkelsten Ordnerstrukturen versteckt sein. Weniger wichtig sind dem Gamer hingegen Zusatzprogramme, die ihn bei täglichen Standardaufgaben unterstützen oder grafisch aufgepeppte Menüs. Auch hier sieht der Spieler zuerst Diebstahl an seiner Hardware-Kraft und hält das Ganze lieber so minimalistisch wie möglich. Widgets, Media Center - alles ganz nett, so lange sie den RAM in Ruhe lassen.
Fasst man also die Wünsche eines PC-Zockers zusammen, ist Vista eigentlich nicht das System seiner Wahl: Enorm hohe Hardware-Belastung mit einem Verbrauch von fast 500 Megabyte Arbeitsspeicher im Leerlauf treiben ihm die Tränen in die Augen. Schuld daran sind aufgemotzte Desktops und Hilfsdienste, auf die er für das Wohl seiner Spiele-Performance gerne verzichten würde. Außerdem ist ein Gamer mit Leib und Seele eigentlich bereits damit ausgelastet, neue und schnellere Hardware zu kaufen - auf die bis zu 400 Dollar für Windows Vista könnte er da gut verzichten.
Der Spieler
Windows Vista
Eigentlich also eine klare XP-Empfehlung - wenn da nicht DirectX wäre. Diese Spiele-Schnittstelle, die sehr viele aktuelle Computerspiele nutzen und benötigen, wird von Microsoft entwickelt. Und die Redmonder haben angekündigt, die neueste Version, DirectX 10, ausschließlich für Windows Vista zu programmieren. Da in nicht allzu ferner Zukunft aber alle neuen Spiele auf diesem DirectX basieren werden, können sie nur auf einem Vista-PC laufen. Bleibt der Gamer bei XP, muss er mit den bis dato veröffentlichten Spielen vorlieb nehmen und hat auf brandneue Titel keinen Zugriff. Daher muss der Spieler gezwungenermaßen auf Vista umsatteln - allerdings am besten erst, wenn das DirectX 10-Angebot so groß ist, dass der Wechsel sich auch lohnt.
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