Österreichischer Schüler wird unfreiwilliger Kunde der Schmidtlein GbR
Dialerschutz: Vom Schulbuch in die Abo-Falle
Christian Rentrop
Dass Schulbücher nicht immer auf dem neuesten Stand sind, ist die leidige Erfahrung vieler Schüler. Dass fehlende Aktualität allerdings teuer werden kann, ist ein völlig neuer Aspekt veralteter Schulbücher. Die schmerzliche Erfahrung durfte ein österreichischer Schüler machen, der prompt bei Rauchen.de in die Abo-Falle tappte.
Rauchen.de leitet auf Rauchen-heute.com weiter. Die Seite ist ein Angebot der einschlägig bekannten Andreas & Manuel Schmidtlein GbR, die sich bereits seit geraumer Zeit mit Dialer- und Abo-Angeboten einen zweifelhaften Namen machen. Früher allerdings handelte es sich bei Rauchen.de tatsächlich um eine Anti-Raucher-Informationsseite, wie die Wayback-Machine des Internet-Archivs Archive.org verrät.
Registriert bei den Herren Schmidtlein
Nach Berichten von Dialerschutz.de hat ein 13-jähriger Schüler sich im Rahmen des Themas "Erörterung" mit dem Rauchen befasst. Der Siebtklässler fand in seinem Schulbuch "Deutschstunde 3" aus dem Linzer Veritas-Verlag die Webadresse Rauchen.de in einem Beispieltext. Dort hieß es: "Im Internet kann man davon unter www.rauchen.de viel nachlesen." Das ließ sich der fleißige Knabe nicht zweimal sagen, surfte die Seite an, registrierte sich und wurde damit unfreiwillig Kunde bei der Schmidtlein GbR.
"Weil wir den Auftrag hatten eine Erörterung über Nichtraucher zu schreiben registrierte ich mich dort und schrieb meine Erörterung", berichtete der Junge im Forum von Dialerschutz.de. "Das war vor zwei Wochen. Jetzt kam eine Mail, dass ich 84€ zahlen muss. Jetzt sah ich auch, dass die Laufzeit 24 Monate ist. Also muss ich dann nächstes Jahr wieder 84€ zahlen." 168 Euro für ein Referat - ein hoher Preis für Informationen, die sich auch an anderer Stelle im Web kostenlos abrufen lassen.
Bedauerlicher Fehler
Auf Nachfrage von Dialerschutz.de reagierte das österreichische Bildungsministerium völlig überrascht und verlangte umgehend eine Stellungnahme vom Veritas-Verlag. In dieser heißt es: "Es ist sehr bedauerlich, dass der Schüler in eine Kostenfalle getappt ist, und es ist ganz besonders bedauerlich, dass er dazu offenbar durch sein Schulbuch angeregt wurde", so Gertrude Öllinger, Sprecherin des Veritas-Verlags.
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Ideal wäre, dass alle Links nur über die Homepage des Verlages aufgerufen werden können.
Also entweder Kategoriegemäss oder nach dem Schema www.veritas-verlag.de?linkid=14 oder halt www.veritas-verlag.de?linkname=www.rauchen.de
das würde den Schülern das abtippen sehr langer Links ersparen und der Verlag hätte jederzeit Kontrolle über die Links.
Es müsste natürlich weiterhin ein Mitarbeiter die Links regelmässig kontrollieren.
LG
T. Twardon
Mal wieder ein typischer Beitrag zum Thema "vor dem Klicken Nutzungsbedingungen lesen"
Man sollte es nicht glauben, aber es gibt immer noch Menschen bei denen die Alarmglocken nicht bimmeln wenn bei einer "harmlosen" Registrierung die komplette Adresse mit abgefragt wird...........
Der Verlag sollte hierfür in die Haftung genommen werden.
Von einem 13 jährigen kann man dieses wissen natürlich auch erwarten
Wenn der Schüler tatsächlich 13 Jahre ist, braucht er NICHT zu zahlen. da der Vertrag wegen mangelder rechtsfähigkeit ungültig ist, im Gegenteil könnten seine Eltern eine Unterlassungsklage (Abschluß von Verträgen mit Kindern).
Stimmt. Allerdings macht die ganze Geschichte doch ordentlich Ärger für alle Beteiligten. Zumal viele Eltern ob des Pressdrucks der Abo-Firmen gerne erst zahlen und dann nachdenken...
Woher die Aufregung? Das ist doch ist doch uralt.
Die Seite Rauchen.de wurde vor 2 Jahren verkauft.
Nach dem Verkauf wurde erst das obligatorische Dialerprogramm verwendet.
Verkäufer war ein "Paul Lenz".
Jetziger Domaininhaber ist die visions4tomorrow marketing GmbH. Und wer ist das? Richtig,der Herr Temmer.
Die Büttelborner sind doch nur Strohmän... nee -kinder.
Tja. Trotzdem ist es unangenehm, wenn die Story in einem Schulbuch steht. Das ist ja der News-Wert an der Meldung ;-)
Was soll den der letzte Satz? Ein Porno oder eine Naziseite hätte dem Schüler keinen nennenswerten Schaden zugefügt, er hätte halt nur etwas gesehen, was er nach Meinung der meisten Erwachsenen nicht hätte sehen sollen. Ein Schadensrisiko ist da aber eher gering. Durch Dialer oder untergeschobene Verträge entsteht dagegen wirklich ein ernsthafter Schaden!
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