Demokratie im Web
Psiphon: Hackertool gegen Internet-Zensur
Christian Rentrop
Das Internet ist frei. Diese Aussage trifft, wenn überhaupt, nur auf Länder zu, in denen die Meinungsfreiheit per Verfassung garantiert ist. Andere Länder, andere Sitten: Als Negativ-Beispiele seien China und der Iran angeführt. Hier wird das Internet massiv zensiert. Eine Hacker-Gruppe entwickelt nun ein Tool, um auch Menschen in diesen Ländern Zugang zu ungefilterter Information zu ermöglichen.
Der Name des Tools: Psiphon. Psiphon funktioniert nach dem Prinzip verschalteter Proxy-Server, die Informationen in Länder ohne freien Informationszugang übertragen. Das Prinzip ist so einfach wie effizient: Psiphon macht aus jedem Rechner einen Proxy-Server, der nach einer Art Filesharing-Prinzip verschlüsselte Kommunikation zwischen Ländern erlaubt. Durch die Verschlüsselung ist eine automatischer Datenfilterung kaum möglich. Auf diese Weise sollen Chinesen und Iraner, Nord-Koreaner und Kubaner die Chance haben, unzensierte Informationen zu erhalten.
Filter umgehen
Dabei soll Psiphon jede Form technischer Internet-Zensur umgehen. So setzt der Iran als Zensurmethode seine Internet-Provider unter Druck, damit bestimmte Inhalte aus dem Netz gefiltert werden. Anders sieht es in China aus: Der rote Riese filtert bereits an den Zuleitungen ins Land. Man vertraut der Zuverlässigkeit der Provider offensichtlich nicht. Solche und andere Zensurmethoden soll Psiphon umgehen, indem es Informationen verschlüsselt in die betroffenen Länder transportiert.
"Wenn das so funktioniert, wie wir uns das vorstellen, und weltweit verbreitet wird, werden wir eine massive Zunahme an Meinungsfreiheit verbuchen können", so Ron Deibert, Entwickler an der Universität von Toronto in einem längeren Artikel der kanadischen Tageszeitung "The Toronto Star" über Psiphon. Deibert entwickelt das Tool zusammen mit den Hacker-Kollegen Nart Villeneuve und Michael Hull. Alle drei bezeichnen sich selbst als "Hacktivisten", ein Kunstwort aus "Hacker" und "Aktivist", die ihre Hacking-Fähigkeiten einsetzen, um Freiheit zu fördern.
Hoffnungen auf eine freiere Welt
Wenn Psiphon voraussichtlich Ende Mai 2006 fertiggestellt ist, hoffen die Entwickler, dass sich ihre Arbeit auf die Regierungen in Peking und Teheran, Pjöngjang und Havanna auswirken könnte. Der freie Zugang zu Informationen könnte, so die Hoffnung der Psiphon-Entwickler, dafür sorgen, dass die Systeme ihren restriktiven Umgang mit ihren Bürgern ändern könnten. Druck auf den Staat durch Information - der Horror eines jeden totalitären Systems.
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also dieser rtikel ist sehr gut, wie ich finde. es ist ein echtes problm, dass die meinung in vielen ländern eingeschränkt wird. ich würde mich sofort beteiligen.
ds problem ist, wie schon im artikel erwänt, die verbreitung o.O
Na, ist aber scheints auch nicht anders als ein "kleines" I2P. Und bei I2P gibts keine "festen" Proxys sondern jeder ist ein Proxy. Das HTTP-Browsen über I2P sollte auch in China möglich sein ohne Zensur !
Zitat:
Der Haken bei der Sache ist und bleibt, dass die wenigsten Chinesen sich das Tool besorgen können.
Für mich klingt das auch nach dem bestehenden Tor-Privoxy "Netz".
Das Problem daran ist meines Erachtens aber die Geschwindigkeit. Die wenigesten wollen ihre DSL-Geschwindigkeit nicht auf fast isdn drosseln, nur um anonym zu sein.
Eigentlich schade!
Aber auch verständlich... denn solange man sich auf der richtigen Seite des Gesetzes bewegt, wird wohl auch selbst in China niemand verfolgt :-)
und die, die echte "Kämpfer" werden schon wissen wie man die Spuren verschleiert - kann man ihnen zumindest nur wünschen!
Grüße Grunzer
Zitat:
Ich denke, dass die Geschwindigkeit durch ein dichtes, automatisch verteiltes Netzwerk aus Proxies recht gut sein dürfte. Auch die Übertragung auf einem verschlüsselten Finanz-Protokoll ist sinnvoll, weil die Regierung da vielleicht horchen, aber nicht eingreifen kann. Und selbst wenn, werden sie kaum etwas finden im verschlüsselten Rauschen ;-)
Bleibt das Problem, dass die Programme irgendwie reinkommen müssen nach China...
Der Vollständigkeit halber sollte das bestehende TOR-Netzwerk (http://tor.eff.org/) genannt werden:
Tor ist ein anonymisierendes Netzwerk für TCP-Verbindungen. Es anonymisiert Web-Browsing, Instant Messaging, IRC, SSH, E-Mail, P2P und mehr. Damit soll der Nutzer vor der Analyse seines Datenverkehrs geschützt werden.
(Quelle: de.wikipedia.org)
Aber auch verständlich... denn solange man sich auf der richtigen Seite des Gesetzes bewegt, wird wohl auch selbst in China niemand verfolgt :-)
das ist quatsch! Selbst wiki geht nicht immer und das ist sehr störend! Selbst wenn ich bei google nach bestimmten "harmlosen" Themen über China suche, wird google gesperrt!!
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