99 Cent für jeden Song
Itunes bleibt bei Einheitspreisen
Janko Röttgers
Lieder aus Apples erfolgreichem Online-Musik-Shop "iTunes" werden auch in Zukunft die bislang gültigen 99 Cents kosten. Wie das amerikanische Unternehmen jetzt bekannt gab, wurden die Verträge mit sämtlichen großen Plattenfirmen zu den bisherigen Bedingungen verlängert. Die stets über das Online-Geschäft mit Musik klagende Musikwirtschaft hatte sich eigentlich das Ziel gesetzt, Apple zu variablen Preisen zu zwingen.
Die Plattenfirmen wünschen sich bereits seit geraumer Zeit höhere Preise für Singles bekannter Künstler. Apple-Chef Steve Jobs hat sich dieser Forderung bis heute sehr erfolgreich widersetzt - außer in Japan, wo der Preis einzelner Songs bereits seit dem Start des lokalen iTunes-Ablegers flexibel gehandhabt wird. Grund dafür ist, dass die Pattenfirmen sich dort anfangs komplett quer stellten und damit den japanischen iTunes-Start bis auf weiteres verzögerten.
Major-Preispolitik wird untersucht
Versuche, japanische Zustände auch in Europa und den USA durchzusetzen, sind nun jedoch offensichtlich gescheitert. Von den Plattenfirmen selbst gab es bisher keine offizielle Stellungnahme zum Fortschritt der Vertragsverhandlungen. Der Branchendienst "Digital Music News" berichtet jedoch, Apple habe sich in diesen Verhandlungen völlig unflexibel und uneinsichtig gezeigt. Angesichts eines Downloadmarkt-Anteils von rund 80 Prozent sah Jobs offenbar wenig Grund für Kompromisse.
Ein anderer Grund dafür dürfte sein, dass die Preispolitik der großen Major-Labels derzeit selbst im Mittelpunkt juristischer Untersuchungen steht. Sowohl der New Yorker General-Staatsanwalt wie auch das US-Justizministerium ermitteln gegen die großen Plattenfirmen wegen des Verdachts auf unfairen Wettbewerb im Online-Musikmarkt.
Wie mehrere Studien belegen, sind die Kunden von Online-Musikdiensten offenbar nicht bereit, wesentlich mehr als die von iTunes verlangten 99 Cent pro Single zu zahlen. Wie stehen Sie zu diesem Thema? Teilen Sie uns Ihre Meinung im Forum mit.
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