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28.04.2006
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Britische Bands zeigen Plattenindustrie wie Musikvertrieb über das Netz funktionieren kann

Musikindustrie: Kaum Mut für neue Wege im Netz

Christoph Scholl

Auch wenn einige Plattenfirmen langsam aber sicher ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen glauben, sieht es um die Musikindustrie nach wie vor alles andere als rosig aus. Die Umsätze wurden in den letzten Jahren Stück für Stück weniger und die Stimmung der Plattenbosse entsprechend schlechter. Schuld an den bescheidenen Verdiensten sind in den Augen der Musikindustrie vor allem die Verbreitung von CD-Brennern und das Internet mit seinen zahlreichen, nicht klein zu kriegenden Tauschbörsen.

Die Folgen der P2P-Downloads und CD-Brennereien bekommen vor allem junge und unbekannte Künstler zu spüren. Während sich Madonna oder Robbie Williams auf ihren längst verdienten Millionen gemütlich zurücklehnen können, ist es für unbekannte Bands heute ein langer Weg zu einem Plattenvertrag. Die Labels sparen an allen Ecken und Enden - und vor allem bei der Investition in neue Künstler.

Weil die Produktion eines Albums und die anschließende Vermarktung eines neuen, unbekannten Künstlers eine gewagte Sache ist - schließlich weiß niemand, ob die Platte anschließend auch tatsächlich gekauft wird - vertraut man vor allem bei den großen Majorlabels auf bekannte Künstler. Die haben meist eine treue Fangemeinde, über die sich immer ein gewisses Kontingent an CDs absetzen lässt.

Newcomer gehen unterdessen oft leer aus. War es vor zehn Jahren noch verhältnismäßig einfach einen Plattenvertrag einzuheimsen, bekommen junge Bands heute immer öfter ihre Demo-Tapes zurückgeschickt und die Bürotüren der Plattenbosse vor der Nase zugeknallt.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Was für die Musikindustrie der "Teufel" Internet ist, ist für einige Künstler ein Segen. Aufgenommene Demo-Songs müssen in Zeiten der globalen Vernetzung nicht mehr auf Musikkassette kopiert und mühsam an Freunde und Bekannte verteilt werden. Stattdessen haben sich in den letzten Jahren etliche Anlaufstellen im Internet gebildet, die genau auf die Bedürfnisse von jungen Bands und Künstlern zugeschnitten sind.


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Lady, am 29.04.2006 23:49

Hallo
Würden die CD`s billiger im Handel sein würden die Leute auch weniger tauschen und brennen.Warum muß eine CD mit 11 Tracks fast 17 Euro kosten? Die hälfte der Songs sind doch nicht gut. Ich bleibe doch lieber auf meinem alten Mist sitzen.


--Spatzenei--, am 30.04.2006 00:01

Zitat:

Warum muß eine CD mit 11 Tracks fast 17 Euro kosten?


Das kann man so pauschal nicht sagen. 17 Euro kostet ein Album meist nur, wenn es von einem Major-Label kommt. Mein Vorteil ist, dass meine Lieblingsmusiker bei Indie-Labels unter Vertrag stehen. Mein übliches Beispiel: Nehmen wir Tom Waits. Der war immer bei Indie-Labels. Da kostet ein Album dann selten mehr als 9 Euro. Ist zwar immer noch relativ teuer, aber das ist mir die Musik dann schon wert.
Auch gibt es ein Label (Namen nenne ich nicht, da ich keine Werbung machen möchte), dessen CDs es schon ab 3 Euro gibt. Und die sind teilweise sogar recht gut.

Was die Major-Labels zur Zeit so produzieren, ist eh zu 96,3% Müll. (Meine Meinung)


Lady, am 30.04.2006 00:13

Das kannst du laut sagen


--Spatzenei--, am 30.04.2006 00:17

Obwohl man dazu sagen muss, dass das Major-Label "Universal" scheinbar erkannt hat, dass rund 17 Euro für ein Album zu viel sind:
Soweit ich weiß, kosten die Alben von denen "nur" noch ca. 14 Euro; dafür gibt es von jedem Album noch eine "Special Edition", die dann aber manchmal gar 20€ kostet.

Aber wer Indie-Musik hört, ist in dieser Hinsicht z. Zt. klar im Vorteil. :roll:


Lady, am 30.04.2006 00:37

Indie höre ich ja.Kaufe mir aber trotzdem keine CDs .Ich höre das was ich zu hause habe.


Er-Murazor, am 02.05.2006 14:12

sowas gehoert ueberhaupt verboten ...
da gibt es tatsaechlich bands die verkaufen musik ohne uns mit bescheidenen 1400 Prozent
mitschneiden zu lassen ...
DAS SIND TERRORISTEN, ALLESAMT!


Anamon, am 04.05.2006 15:58

Ja genau, es wird nicht mehr in Jungbands investiert weil die ganze Kohle für die Entwicklung von Kopierschützen und die Strafverfolgung der Kunden herhalten muss. Und selbst wenn, warum in schwierige Menschen investieren, wenn man sein Geld doch auch mit Klingeltönen auf Jamba! machen kann? Die Ausweitung des Marktes aufs Internet beschränkt sich zumeist auf iTunes - 128kbps und DRM für einen Dollar pro Track, ich lach mich tot!

Ja, da kann man wirklich von Glück reden dass auch die Künstler einzusehen beginnen, dass sie ohne die Musikindustrie besser dran sind, und nicht auf diese Konglomerate angewiesen sind, um Erfolg zu haben. So helfen beide Seiten daran mit, der Musikindustrie den Saft abzudrehen, und das ist gut so. Dieses System hat einfach ausgedient.

Im Gegensatz zu anderen Kommentatoren hier habe ich eher die gegenteilige Erfahrung gemacht. Alben von unabhängigen Künstlern und Labels kosten meiner Erfahrung nach normalerweise deutlich mehr als die übliche Massenware. Ist ja zum Beispiel auch bei DVDs so. Ich finde auch die Preise nicht wirklich zu hoch (solange der Wert nicht durch Kopierschutzmassnahmen zunichte gemacht wird). Ich kaufe z.B. so oft wie möglich CDs statt Vinyl, da ich einfach eher bereit bin 17 Euro für 12 Stücke auszugeben, als für 2 Stücke 10 Euro auf den Tisch zu legen.


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