Hintergründe für den richtigen Einsatz
Natürlich in Farbe: Mit dem Weißabgleich zum optimalen Digitalfoto
Tobias Heinze
Wer fotografiert, kennt das Problem: Manchmal entstehen Bilder, die farblich gesehen alles andere als die Realität zeigen. Aber warum entstehen Farbstiche und wie kann der Digitalfotograf sie verhindern? Über den Weißabgleich und die Farbtemperatur des Lichtes lesen Sie hier.
Das Licht, das Menschen sehen, setzt sich aus rotem, grünem und blauem Licht zusammen. Die Anteile der drei Farben können je nach Lichtquelle sehr unterschiedlich sein. Die spektrale Zusammensetzung des Lichts beschreibt die Farbanteile im Licht und wird durch die Farbtemperatur charakterisiert, die in Kelvin (K) gemessen wird. Das Licht einer Kerze etwa hat eine Farbtemperatur von 2.000 Kelvin und setzt sich aus überwiegend rotem Licht zusammen. Tageslicht bei wolkenlosem Himmel ist mit 5.500 Kelvin beschrieben und besitzt ein ausgeglichenes Farbspektrum. Stark blaulastig ist das Licht eines leicht bewölkten Himmels mit rund 7.000 Kelvin.
Der Mensch empfindet Farben unter verschiedenen Lichtbedingungen in der Regel gleich. Das Gehirn gleicht Unterschiede im Licht aus, sodass ein weißes Blatt weiß erscheint, egal ob es mit Kerzenlicht oder Sonnenschein beleuchtet wird. Fehlende Farbanteile im Spektrum des Lichts gleicht das Gehirn recht zuverlässig aus. Die Digitalkamera jedoch zeichnet das Licht so auf, wie es ist. Wenn das Motiv nur mit Kerzenlicht beleuchtet wird, dann ist das Foto geprägt vom hohen Rotanteil im Licht. Folglich hätte das Foto ohne Korrektur einen Rotstich. Das Bild erscheint dem Betrachter dann unnatürlich, da es die Situation farblich nicht so wiedergibt, wie er sie empfunden hat.
Der Weißabgleich
Damit Farbstiche nicht entstehen, arbeiten Digitalkameras mit einem Weißabgleich. Beim Weißabgleich erfasst die Kamera die Farbtemperatur des Lichts und erhält so Informationen über das Farbspektrum des das Motiv beleuchtenden Lichts. Die Kamera erfasst so, welche Farben wie stark im Licht vertreten sind. Entsprechend der Farbanteile wird das Foto abgeglichen. Ein Beispiel: Ein Foto wird unter Kunstlichtbedingungen von etwa 4.000 Kelvin aufgenommen. Die Kamera misst das Licht und ermittelt etwa 4.000 Kelvin. Die Kamera hat für verschiedene Farbtemperaturen bestimmte Werte für die Farbverteilung im Licht gespeichert. Entsprechend dieser gespeicherten Werte kann die Kamera nun das Foto dem menschlichen Empfinden angleichen, das Foto ohne Farbstich berechnen.
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Von den drei Vergleichsbildern gefällt mir persönlich das mittlere Bild am Besten. Vermutlich liegt das an einer gewissen "Erwartungshaltung". Es ist ein Motiv - Blumenvase mit Blumen - was normalerweise in Innenräumen, bei Kunstlicht, anzutreffen ist. Daher "erwartet" man von vornherein einen leichten Gelbstich - und ist zunächst mal irritiert, wenn er nicht da ist. Die letzte Aufnahme ist natürlich die "korrekte", sie wirkt auf den ersten Blick aber ein wenig kalt.
Anstelle einer Graukarte mit Normreflexion 18% läßt sich auch mit sehr gutem Ergebnis eine nicht farbig gedruckte Zeitung verwenden.
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