Der Nano von Samsung, der eigentlich ganz anders heißen sollte
Kleines MP3-Player-Märchen: Samsung YP-Z5 im Test
Michael Knott
Der namenlose Tester legt den Player auf den Tisch - Plock - nimmt seinen Füllfederhalter und fängt an sich in krakeliger Handschrift Notizen auf einen Zettel zu machen.
- Zwei Gigabyte Flash-Speicher
- Vier Tasten, eine Lautstärkewippe an der Seite, ein berührungsempfindliches Feld in der Mitte, eine mechanische Tastensperre
- Sehr gut verarbeitet, ohne Frage. Anfällig für Fingerabdrücke, resistent gegen Kratzer.
- Erster Eindruck: toller Player, keine auffälligen Schwächen
- Muss jetzt einkaufen, Brot ist alle
Dienstag, 25. April 2006
- Die Bedienung ist logisch aufgebaut. Nette Effekte zeigen sich beim Wechseln von einer Ebene in die nächste. Dennoch braucht es einige Zeit, um mit den berührungsempfindlichen Tasten zurechtzukommen. Im Menü findet sich zudem keine Möglichkeit, die Sensibilität der Tasten zu regeln. Entworfen hat das Menü ein alter Kumpel von mir, Paul Mercer. Er ist auch für die Bedienoberfläche des ersten iPod verantwortlich gewesen. Werde ihn bei Gelegenheit mal anrufen. Da ist noch Verbesserungsbedarf.
- Das Display ist schön hell und auch bei starker Sonne gut ablesbar. Angenehm groß ist es auch. Immerhin 4,5 Zentimeter in der Diagonalen. 128 x 160 Pixel kann es anzeigen. Auch Fotos sehen gut darauf aus, werden teilweise nur merkwürdig an den Rändern beschnitten.
- Der Akku ist zwar eigentlich nicht austauschbar. Der geübte Nutzer kann aber vier Metallschrauben lösen und die hintere Abdeckung vorsichtig entfernen. Mit ein wenig technischem Verständnis sollte der Austausch dann machbar sein. Zudem hält er rekordverdächtige 32 Stunden durch.
- Habe schlecht geschlafen, geträumt, ich sei ein Riesenkopfhörer auf einem Zwergenkopf, der ständig ein und dasselbe Lied auf voller Lautstärke abspielen muss. Schrecklich. Der Kopf dröhnt. Und ich habe den Zwerg auf dem Gewissen.
Mittwoch, 26. April 2006
- Der Player kann nur über ein spezielles Kabel mit dem Rechner verbunden werden. Verliert man dieses, ist Schluss mit Musik. Auch das Akku-Laden ist dann nicht mehr möglich. Ein normales USB-Kabel wäre hier komfortabler. Vielleicht ist aber weiteres Zubehör geplant, welches dort andocken könnte.
- Windows Media Player 10 muss auf dem Rechner installiert sein um den Player mit Musik zu befüllen. Ist er installiert, lassen sich Daten und Musik aber auch aus dem Windows-Explorer heraus auf den Player ziehen.
- Bretor hat angerufen und Druck gemacht, will erste Ergebnisse sehen. Muss ihn noch ein wenig hinhalten. Und mich irgendwie für die Narbe in meiner Handfläche in der Form eines MP3-Players revanchieren.
Donnerstag, 27. April 2006
- Der Klang ist brillant! Wirklich keine Kritik an dieser Stelle. Acht Equalizer-Presets. Leider fehlt ein frei definierbarer Equalizer. Als Ausgleich gibt es aber eine wirkungsvolle Effekt-Maschine, die einen räumlichen Höreindruck schafft. Neben MP3-Musik kommt der Player auch mit den Endungen WMA (DRM) und ASF klar. Ein "Straßen-Modus" hebt leise Geräusche an, damit sie besser verständlich sind.
- Die Musikwiedergabe kann aus jedem Menü-Bildschirm heraus unterbrochen und wieder fortgesetzt werden.
- Das Erstellen von Wiedergabelisten direkt vom Player aus ist nicht möglich. Diese müssen mit dem Windows Media Player übertragen werden. Auch Lesezeichen lassen sich leider nicht setzen.
- Der Speicher kann nach verschiedenen Kriterien wie Interpret, Album, alle Lieder oder Genre durchforstet werden. Während der Wiedergabe wird, falls vorhanden, das Album-Cover eingeblendet.
- Fotos lassen sich als Diashow, auch bei laufender Musik, einblenden.
- Weitere Extras wie ein Radio, Mikrofon oder einen Line-In-Eingang gibt es nicht.
Der namenlose Tester legt seinen Füllfederhalter beiseite und blickt zufrieden auf sein vollgekritzeltes Notizblatt. Nun kann er zu Antoni Bretor gehen und seine Forderungen stellen, ihm außerdem die "geheime Zutat", das Erfolgsrezept eines guten MP3-Players, verraten. Seiner Meinung nach lag das Geheimnis in der Namensgebung.
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