Ein Betriebssystem in der Hosentasche, das bootet - selbst gebastelt
Windows XP vom USB-Stick starten: Ein Theaterstück in drei Akten
Moritz Zielenkewitz
So starten Sie "pe2usb" unter DOS
Das Kopieren der Daten kann - je nach Größe des individuellen Windows - bis zu zehn Minuten dauern. Die Statusanzeige in der DOS-Kommandozeile hält Sie auf dem Laufenden, wann der Vorgang beendet sein wird. Wenn alles herübergespielt wurde, schließen Sie die DOS-Kommandozeile und öffnen per Windows Explorer Ihren USB-Stick. Dort sollten sich jetzt folgende Dateien befinden: "bartpe.iso", "NTDETECT", "ntldr" und "winnt.sif".
Nachträglich können Sie wieder Programme und Dateien Ihrer Wahl auf den Stick packen. Passend zum tragbaren Betriebssystem wären natürlich eine Menge Portables, die Sie per USB-Boot bequem ohne Installation nutzen können. Speziell System-Tools wie CCleaner oder der tragbare Virenscanner ClamWin eignen sich perfekt zur Diagnose des Systems, an das Sie sich angestöpselt haben. Auch MP3s lassen sich wieder auf den Stick kopieren - war ihr USB-Stick allerdings auch MP3-Player, hat er durch das Aufspielen des Windows XP diese Funktion vorübergehend eingebüßt. Erst erneutes Formatieren macht ihn wieder zum Abspielgerät.
Akt III - Die Nachbereitung
Szene 1: Dem BIOS den eigenen Willen aufzwingen
Damit wäre Ihr USB-Stick für den XP-Boot fertig konfiguriert. Doch was nutzt das schönste Telefon, wenn niemand Ihre Nummer kennt, um Sie anzurufen? Deshalb müssen Sie Ihrem Computer noch klar machen, dass er von jetzt an auf dem USB-Stick eine bootfähige Version des Betriebssystems finden kann. Normalerweise sind Festplatte und CD-ROM-Laufwerk die voreingestellten Ziele. Diese Boot-Reihenfolge können Sie im BIOS (Basic Input Output System) vornehmen, das sozusagen die grundlegendsten Einstellungen Ihres Computers beinhaltet.
Um in das BIOS zu gelangen, müssen Sie Ihren Computer neu starten. Während dieses Startvorgangs müssen Sie eine bestimmte Taste drücken (je nach BIOS meistens "Entf", "F2" oder "F8"). Der Aufbau der Menüs ist je nach BIOS unterschiedlich; die Screenshots beziehen sich auf das Phoenix-awardBIOS der netzwelt. Grundsätzlich müssen Sie allerdings drei Dinge ändern: Erstens muss die USB-Schnittstelle in der Boot-Reihenfolge an erster Stelle stehen. Oftmals gibt es auch noch ein zweites Menü, in dem das bevorzugte Boot-Laufwerk angegeben werden muss. Drittens gibt es die Möglichkeit, den Boot-Vorgang per USB zu aktivieren oder deaktivieren.
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