Anonym.OS macht den Rechner dicht
Anonym im Netz per Live-CD
Christian Rentrop
Jeder Besuch im Internet birgt zahlreiche Gefahren. Neben der allgegenwärtigen Bedrohung durch Viren, Würmer, Phisher, Cracker und Script-Kiddies gibt es noch eine zweite, wesentlich gefährlichere Ebene: der Verlust der Persönlichkeit im Netz. Anonym.OS schafft hier Abhilfe und sorgt dafür, dass man wirklich anonym durchs Netz streunen kann.
Jeden Tag sind gierige Datensammler unterwegs, die Internet-Nutzer überwachen und aushorchen möchten. Manche möchten im schlimmsten Fall sogar die Persönlichkeit stehlen. Und niemand kann sie daran hindern, denn Betriebssysteme wie Software funken ununterbrochen Informationen ins Netz, die es Angreifern leicht machen, sich eines Anwenders zu bemächtigen - ohne dass er davon etwas mitbekommt.
Spammer und anderes Giervolk
Egal, ob es sich bei den Spitzeln um professionelle Datendiebe oder um Unternehmen handelt: Persönliche Daten sind Gold wert. Surf-Verhalten, Alter, Name und Adresse des Anwenders sind das Zahlungsmittel des digitalen Zeitalters. Mit Hilfe von Cookies können findige Website-Betreiber das Surf-Verhalten ausspionieren, um zum Beispiel persönliche Werbeangebote zu unterbreiten. Die E-Mail-Adresse ist ein beliebtes Fressen selbsternannter "Online-Marketer", im Volksmund auch als Spammer bekannt.
Diese Form der Bedrohung ist weit schlimmer als der Datenverlust, den Würmer und Viren verursachen können, denn Daten, die einmal ihren Weg in die Datenbanken der Datensammler gefunden haben, sind nur schwer wieder zu löschen. Einmal abgesehen davon, dass tagtäglich Datensammlungen entstehen, von denen der Anwender überhaupt nichts merkt. Entsprechend schwer ist es, die Sammler ausfindig zu machen und ihrem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Gegen die Datensammler hilft nur eins: Prävention. Und genau an dieser Stelle setzt Anonym.OS an.
Alter, mach' den Rechner dicht!
Bei Anonym.OS handelt es sich um eine Live-CD auf OpenBSD-Basis, die darauf spezialisiert ist, Netzwerkverbindungen zu anonymisieren und zu verschlüsseln. Auf diese Weise sollen so wenig Informationen wie möglich ihren Weg ins Netz finden. Anwendungsmöglichkeiten sind zum Beispiel öffentliche Netzwerke wie WLAN-Hotspots. Hier können die Betreiber theoretisch jeden Schritt des Anwenders verfolgen und darauf Persönlichkeitsprofile erstellen. Anonym.OS sorgt dafür, dass diese Möglichkeit massiv eingeschränkt werden.
Die Idee zum Anonymisier-Betriebssystem wurde im März 2005 vom Programmierer Taylor Banks auf den Weg gebracht. Knapp ein Jahr später steht die CD bereit. Die Grundlage ist ein OpenBSD, Versionsnummer 3.8. Auf OpenBSD basiert unter anderem auch das Betriebssystem Mac OS X. Es ist bekannt für seine hohe Stabilität und Sicherheit bei vollem Unix-Komfort. Interessanterweise handelt es sich um die erste Live-CD von OpenBSD überhaupt, sonst muss nur Linux wegen seines höheren Bekanntheitsgrades als Live-CD herhalten.
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Mittlerweilen spriessen die BS wie Pilze aus dem Netz,
gut so und danke für den Bericht!
Es wird in dem Bericht leider mit keiner Silbe erwähnt, wie man an diese Live-CD gelangen kann. Ein entsprechender Hinweis wäre nützlich.
doch, unten im linkblock:
http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=136357
Hallo Matthias,
habs noch nicht gemacht (lese lieber zuerst), aber da stand doch, dass man die live-cd downloaden kann?
"Links zum Thema" - Diesen Bereich hatte ich bisher nie den einzelnen Artikel zugeordnet und folglich nicht dort gesucht. Beim nächsten Mal achte ich aber drauf.
Zitat:
Ich werde mal bei Gelegenheit zur Sprache bringen, dass man die Links vielleicht etwas besser hervorrhebt...
Hab die CD runtergeladen. Wie startet man die Anwendung? .iso sagt mir nichts als Endung. Habe es in .exe umbenannt aber lässt sich auch nicht starten. Wer kann helfen?! Thx
Zitat:
Kein Problem. "ISO" ist ein CD-Image. Damit Du es ausführen kannst, muss es erst gebrannt oder gemountet werden. Brenne es mit einem Brennprogramm wie Nero ("Image Datei brennen"), leg die CD ins Laufwerk, starte den Rechner neu, rufe das BIOS auf, stelle "CD-ROM" als "First Boot Device" ein, speichere die Einstellungen und lass' den Rechner loslegen :-)
Nicht so schwer :-)
die CD einlegen und in Deinem Rechner BIOS einstellen das man von CD booten will.
Danach einfach den Rechner neu starten, dann lädt er nichtmehr von Deiner Festplatte sondern direkt von der CD das Betriebssystem
Dat mußt du brennen du Horst :-)
*.iso ist ein Image, was z.b. mit Nero gebrannt werden kann.
Vielen Dank! Gebrannt ist schon. Wie ich in's Bios komm muss ich noch rausfinden, war glaub ich "Entf" oder "Esc" drücken währen dem Bootvorgang.
D.h. der Rechner bootet sich künftig immer über die CD und dadurch ist
dann die "Tarnkappe" aktiv? Kann das mit irgendwelchen anderen Programmen
kollidieren?
Thx!
Zitat:
bevor du da rummfumelst prüfe ob es nicht schon so eingestellt ist.
Normal müsste jeder neuere PC von CD booten wenn man eine bootfähige CD einlegt.
Am besten deine WINDOWS-CD rein, starten.
Entweder der PC startet 1.)von CD. 2.) der PC fragt ob er von CD oder HD starten soll.
M.f.G.
Letztlich ergeht es mir bei dieser Live-CD wie mit allen bisherigen. Es ist eine nette Sache, mal reinzuschnuppern, jedoch ist ein längerer Aufenthalt im System nicht möglich, da mir bei 60Hz die Augen zu sehr wehtun.
Die mangelnde Erkennung der Monitore ist bisher das größte Manko all dieser Live-CDs. Ich gehöre zwar auch zu den Leuten, die einen LCD-Monitor haben, aber dieser ist am zweiten Rechner, und er sorgte dafür, daß an den ersten so schnell keines dieser LCD-Dinger kommt.
Leider startet das anonym.os auf dem zweiten Rechner nicht, da es mit einem Kernel-Fehler beim Booten abbricht. Es handelt sich dabei um ein ASUS-Board mit einem Intel-Pentium 1,6 Ghz. Die Entwickler haben sich also nur auf die neueren Boards und Prozessoren konzentiert.
Mein Fazit ist also: Eine Live-CD kann noch so toll sein, was ich ihr auch nicht abreden möchte, jedoch kann sie nie überzeugen, wenn es dem Benutzer nicht möglich ist, das System ohne Augenschäden zu benutzen.
Bei einer Suse-LiveCD konnte man wenigstens versuchen, die Frequenzen einzustellen, obwohl es auch dort nichts nützte, aber bei anonym.os sah ich diese Möglichkeit leider noch nicht mal.
Gefallen hatte mir aber dieses minimalistische Design der Systemleiste. Mit sowas könnte ich mich anfreunden.
Zitat:
dann die "Tarnkappe" aktiv? Kann das mit irgendwelchen anderen Programmen
kollidieren?
Die "Tarnkappe" funktioniert nur von CD, heißt: Die CD muss im Laufwerk sein, damit er davon startet und Du hast keine Möglichkeit, Deine normalen Windows-Programme zu starten. Aber Du kannst wwenigstens auf die Dateien zugreifen.
vergiß mal die .exe, du verlässt die windows welt.
brenn die .iso (=CD IMAGE!) als CD, kann jedes bessere brennprogram (nero, k3b...)
dann leg die CD ein und starte den rechner. Kannst dich ja mal schlau machen, ob eine feste Installtion möglich ist. LIVE CD heißt allerdings, Du startest das Betriebsystem "Anonym.OS" von CD und bist somit nicht an deinen Rechner gebunden. Gruß M
vergiss mal .exe, Du verlässt die WindowsWelt.
.iso ist ein CD-Image, also ein Abild einer CD. Brenn das als IMAGE auf CD. Kann jedes bessere Brennprogramm (K3b, Nero. . .)
Dann legst Du die CD in den Rechner ein, und startest neu. Anonym.OS sollte dann booten und Dir so die Benutzung möglich machen. Eine Live-CD bietet den Vorteil, dass Du sie unabhängig vom Standort verwenden kannst. Ich weiß nicht ob eine feste Installation möglich ist bzw. Sinn macht. Kannst dich ja mal schlau machen. Gruß M
... könnte mir trotzdem jemand sagen wie man mit songbird cd-s brennt? Nur wo man clicken muss, thx im voraus.
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