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28.01.2006
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Gefahren im Internet auf dem Rückzug

Privacy Watch: Wo sind all die Würmer hin?

Christian Rentrop

Computer-Sicherheit, seit jeher ein Thema, das Computer-Anwender bewegt. Doch irgendwie ist die Zahl der Meldungen rapide gesunken. Wann hatten Sie ihren letzten Wurm, ihren letzten Virus, ihren letzten Hack? Sind Firewalls und Virenscanner inzwischen Standard? Und was droht in Zukunft?

Das Jahr 2004 war von Virenattacken aller Art geprägt. Der wohl effizienteste und damit bekannteste Schädling war der Sasser-Wurm, der Anwendern weltweit binnen kürzester Zeit das Leben schwer machte. Immer, wenn Computer-Themen es in die Tagesschau schaffen, ist es soweit: Ein Schädling fährt Erfolg auf ganzer Linie. Die Zahl der Viren-Meldungen hat allerdings rapide abgenommen, ohne dass die Zahl der neuen Viren sich reduziert hätte. Kann man mit Viren niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken oder sind die Anwender tatsächlich vorsichtiger geworden?

Früher war alles schlechter

Der Sommer 2004 war das Chaos-Jahr in Sachen Viren und Würmern. Immer neue Schädlinge stiegen aus den Tiefen des Internets hervor, um dem Anwender das Leben schwer zu machen, darunter große Namen wie "Mydoom", "Netsky", "Bagle" oder eben der bereits erwähnte Sasser. Dessen Autor, auch verantwortlich für den Netsky-Wurm, hat seine gerechte Strafe erhalten.

Sicherheits-Unternehmen waren 2004 groß im Geschäft und der Verkauf von Virenscannern und Firewalls brummte, auch wenn die Wurm-Entwickler den Anwendern und Unternehmen meist einen Schritt voraus waren. So waren viele Würmer in der Lage, Virenscanner und Firewalls zu deaktivieren. Vielen Windows-Anwendern hat das den einen oder anderen stressigen Nachmittag beschert, wenn der Wurm sich trotz aller Sicherheitsmaßnahmen tief im System einnistete.

Virus 1.0 for Windows

Apropos Windows: Sämtliche wichtigen Viren waren und sind bis auf weiteres mit der Windows-Plattform verhaftet. Zwar hat Microsoft sich massiv ins Zeug gelegt, um die Ausbreitung der Viren zu stoppen, offensichtlich mit einem nicht zu verachtendem Erfolg. Trotzdem ist der Erfolg der meisten Schädlinge weiterhin der Windows-Monokultur zu verdanken. Entgegen anderslautenden Meldungen konnten sich Schädlinge für Mac OS X und Linux nicht etablieren. Offenbar gehen die geringe Verbreitung sowie die Unix-Struktur der Systeme Hand in Hand und sorgen dafür, dass sich Linux- und Mac-Anwender nicht um Würmer und Viren scheren müssen.

Anders schaut es mit Angriffen aus. 2005 war das Jahr der Kommerzialisierung der Computerkriminalität. Die Einzeltäter schlossen sich in mafiaähnlichen Strukturen zusammen. Es ging nicht mehr darum, Würmer und Viren für die persönliche Befriedigung in Umlauf zu bringen, wie es noch im Fall Sasser und MyDoom der Fall war. Vielmehr wollten die Täter Rechner infizieren, um beispielsweise auf Spam-Server mit unendlicher Kapazität zugreifen zu können. Ebenfalls beliebt ist seither die Nutzung befallener Rechner, um DDoS-Attacken durchzuführen und damit Server lahm zu legen, von der gebündelten Rechenleistung für Hacking-Attacken, beispielsweise um Kundendatenbanken von Unternehmen zu stehlen, einmal abgesehen. Seltsamerweise mit vergleichsweise wenig Erfolg, offenbar haben die Anwender ihre Lehren aus den Angriffen von 2004 als gezogen.


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Lenzdorf, am 28.01.2006 17:16

Von der Netzwelt hätte ich mir einen anderen Umgang mit dem armen Wörtchen "Hacker" erwartet. Hacker, d. h. jene, die sich selbst als Hacker bezeichnen, sind nicht die Computerkriminellen, die mittlerweile mit dem Begriff Hacker bezeichnet werden, wodurch dieser durch den Dreck gezogen wird.


Garrett, am 29.01.2006 20:22

Stimmt.
Mich regt das auch immer wieder auf, auch in den Medien
allgemein und in anderen Ecken, wie an den Arbeitsplätzen.
Die reden alle von den bösen Hackern-geht doch mal auf
CCC, dann werdet ihr eines besseren belehrt.

Script-Kiddis sind für mich die Möchte-Gern Hacker, die andere
ärgern wollen, sowie weiteres Gesindel.

Die richtigen und wahren Hacker sind keine Kriminellen, werden
aber wie der Vorredner schon sagt, durch den Dreck gezogen,
hoch Zehn.
Insbesondere für Medien/Politiker ist es gang und gebe,
alle in einen Topf zu werfen.

Davon abgesehen, kann ich den Netzwelt-Bericht nicht ganz
nachvollziehen-es gibt immer noch tausende Zombie-PC's allein
in DE, kann sein das viele jetzt endlich angefangen haben, Sicherheit
am PC mehr Bedeutung beizumessen, aber was WinXP angeht-
so sicher ist das BS auch nicht.

Wenn ein Newbie sich einen neuen PC kauft, ist alles in Standard,
egal ob aktuelle Updates drauf sind.
IE/OE und Konsorten tragen schon seit eh & je einen großen Sicherheits-
Minus-Faktor mit dazu bei.

Der Newbie rennt also ungewollt mit einem recht unsicheren System
sofort ins Internet-es dauert nicht lange und er hat den ersten Müll
auf der FP.

Grüßle
:)


Tweek, am 30.01.2006 09:53

Zitat:

Die richtigen und wahren Hacker sind keine Kriminellen, werden
aber wie der Vorredner schon sagt, durch den Dreck gezogen,
hoch Zehn.

Uns ist der Unterschied zwischen Hacker, Cracker und Script-Kiddies durchaus bewusst, siehe auch: http://www.netzwelt.de/news/67766-hacker-cracker-scriptkiddie-eine-begriffserklaerung.html

Das Problem, das man redaktionell hat, ist, dass man nicht immer jeden Artikel über Cracker und Scripter mit den entsprechenden Begriffen versehen kann, weil die meisten Leute, auch dank der anderen Medien, unter "Hacker" alle Computercoder verstehen. Und dank Filmen wie "Hackers" oder "23" wird der Begriff "Hacker" eben eher negativ behaftet. Schön ist das nicht, aber es ist nunmal eine Art der Sprachentwicklung. Würde man es anders machen, würden die Leute memmen, was denn Cracker und Scripter sind. Man muss halt immer vom DAU - oder im redaktionellen Sinne: Vom DAL (Dümmsten Anzunehmenden Leser) ausgehen. Deshalb Hacker statt Cracker, aber ich werde im Artikel einen entsprechenden Link platzieren.


Jan, am 30.01.2006 14:17

Wenige Viren und Pishingmails? Wollt ihr mal mein altes Postfach haben bei Web.de? Ich bekomm im Monat mindestens 60 mails. Entweder Pishing, Würmer Viren oder gleich angebote zu Penisvergrößerungspillen oder Pornoseiten. Ich weis nicht ob ich mal so blöd war und an der falschen Stelle meine emailaddi eingetragen habe aber auf jedenfall krieg ich immer schön Post von der Postbank, Deutsche Bank, Com. Bank, Volksb. Raif. Bank. Also von allen Banken die es gibt *g*


Anonym, am 30.01.2006 20:46

weniger ist es eigentlich nicht geworden nur die leute sind sensibler....

nebenbei sehe ich "Hacker" als was gutes an leute wie der Herr "Hacker" der

den CSS auf dvds ausgehebelt hat... kann man eigentlich nur als ritter der Allgemeinheit bezeichnen


Tweek, am 31.01.2006 21:29

Zitat:

Wenige Viren und Pishingmails?

Ja, weniger Viren-Mails. Die Phishing-Geschichte ist was anderes, das boomt wie immer :-) Aber die Leute sind nicht mehr so blöd, drauf reinzufallen.


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