Augen auf beim Aufrüstungs-Kauf
Einkaufsberater PC-Hardware
Sascha Hottes
Arbeitsspeicher: Immer schön im Takt bleiben
Im Regelfall wird die Wahl des Arbeitsspeichers bereits vom Mainboard diktiert. Während Intel-Platinen bereits seit geraumer Zeit auf Strom sparenden DDR2-SDRAM setzen, stieg AMD erst deutlich später vom DDR-Speicher der ersten Generation um. Damit der Arbeitsspeicher nicht zum bremsenden "Flaschenhals" mutiert, sollte seine Geschwindigkeit dem Bustakt des verwendeten Mainboards entsprechen. Bei einer AMD-Platine für den "Sockel 939" beträgt die maximale Taktfrequenz beispielsweise 400 Megahertz. Hier bietet sich DDR-400- beziehungsweise PC3200-Speicher mit dem gleichen Takt an. Da "DDR" für "Double Data Rate" steht, wird im Regelfall der doppelte Wert angegeben.
Bei der "BIOS"-Einrichtung des Rechners sollte man sich deshalb nicht von einem augenscheinlich zu niedrigen "Front Side Bus" von 200 Megahertz verunsichern lassen. Denn diese Angabe entspricht dann bereits der richtigen Taktfrequenz. Schneller getaktete Module sind in erster Linie für diejenigen interessant, die ihren Prozessor außerhalb der Spezifikation betreiben, sprich übertakten wollen. Bei DDR2-RAM lässt sich meist zwischen 533, 667 und 800 Megahertz wählen. Darüber hinaus spielt bei der Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers auch das "Timing" eine Rolle.

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Arbeitsspeicher: Die RAM-Performance
hängt von Taktfrequenz und Timing ab.
Dieses wird durch eine kryptisch anmutende Zahlenkombination gekennzeichnet, die im derzeit besten Fall "2-2-2-5-1" lautet. Die Ziffern stehen jeweils für "CAS Latency (CL), "RAS-to-CAS-Delay (tRCD)", "RAS-to-Precharge-Time (tRP)", "Row-Active-Time (tRAS)" und "Command Rate (CMD)". Je niedriger die Werte ausfallen, desto schneller arbeitet der Speicher. Dabei kann es vorkommen, dass die automatische Übermittlung dieser Werte nicht richtig funktioniert oder sie vom Mainboard falsch erkannt werden. Das kann zu einem schwächelnden Rechner, aber auch dazu führen, dass er abstürzt oder gar nicht erst hochfährt. Abhilfe schafft ein manueller Eingriff ins BIOS, in dem gleich oder ähnlich lautende Begriffe zu finden sind.
Um den Arbeitsspeicher im "Dual Channel"-Modus betreiben zu können, sind mindestens zwei Module mit derselben Kapazität, Geschwindigkeit und Chip-Anzahl notwendig, die entweder beide einseitig oder zweiseitig aufgebaut sind. Im Handel sind auch so genannte "Kits" mit baugleichen Modulen erhältlich, die zwar auf ihre "Dual Channel"-Tauglichkeit getestet wurden, aber dafür meist etwas teurer ausfallen als zwei Standard-Module. Zwei Dual-Channel-Module können pro Sekunde doppelt so viele Daten übertragen wie ein vergleichbares Einzel-Modul. Performance-Freaks und Hardcore-Gamer können damit zwar im Benchmark angeben, doch der praktisch nutzbare Leistungszuwachs hängt stark von der jeweiligen Anwendung ab.

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Festplatte: Mit schlanken Serial-ATA-
Kabeln ist man klar im Vorteil.
Festplatte: Kapazität, Cache und Geschwindigkeit
Wer schon die Möglichkeit hat, sollte sich gleich eine Festplatte mit "Serial-ATA-Anschluss" zulegen. Ein Magnetspeicher für die "IDE-Schnittstelle" ist zwar noch nicht zwangsläufig langsamer, doch leider behindern die breiten Kabel die Luftzirkulation selbst in gerundeter Form stärker als die schlanken S-ATA-Kabel. Mitterweile arbeiten Festplatten selbst bei 7.200 Umdrehungen pro Minute ausgesprochen leise, obwohl es hier nach wie vor Ausnahmen gibt. Modelle mit 10.000 Umdrehungen oder mehr fallen deutlich lauter aus, sind für den professionellen Einsatz aber erste Wahl - oder für besonders anspruchsvolle PC-Besitzer, denen eine kurze Ladezeit wichtiger ist als ein möglichst ruhiger Rechner.
Grundsätzlich reicht ein Zwischenspeicher (Cache) von acht Megabyte völlig aus, mit weniger sollte man sich hier allerdings nicht zufriedengeben. Beim Videoschnitt können 16 Megabyte Cache allerdings durchaus von Vorteil sein. Wer gerne viel herunterlädt, spielt oder Videos bearbeitet, sollte auf mindestens 250 Gigabyte Speicherplatz zurückgreifen. Wer sich in Internet-Tauschbörsen zurückhält und nur gelegentlich Spiele installiert, kommt auch mit weniger zurecht. Schreiberlinge und Bürohengste werden selbst eine geringe Kapazität von 40 oder 80 Gigabyte kaum ausnutzen können, doch weniger gibt der Handel meist gar nicht mehr her.
Der Begriff "RAID" steht für "Redundant Array of Independent Disks". Heutzutage werden die RAID-Modi "0", "1", "0+1" und "JBOD" ab Werk von den meisten Mainboards unterstützt. Für RAID benötigt man mindestens zwei Festplatten, am besten zwei baugleiche Modelle. "RAID 0" wird seiner Bezeichnung eigentlich nicht gerecht, da die Festplatten nicht redundant angeordnet, sondern voneinander abhängig sind. Um eine deutlich höhere Geschwindigkeit zu erzielen, werden die Daten zerlegt und auf die Festplatten verteilt. Hier ist das Risiko eines Datenverlustes jedoch erheblich höher, da beim Ausfall einer Festplatte sämtliche Daten verloren gehen.
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