Kompressions-Verfahren
H.264: Der Video-Codec der Zukunft vorgestellt
Dominik Schöneberg
Internetnutzer können sich die jeweils aktuelle Version herunterladen. Unterstützt wird der kostenlose Codec zum Beispiel von der Freeware Gordian Knot, mit der man Filme von DVD in komprimierte Videos umwandeln kann. Die Entwicklung von x264 befindet sich allerdings noch im Anfangsstadium.
Auch noch in den Kinderschuhen steckt in Deutschland derzeit HDTV: Premiere, Sat.1 und ProSieben übertragen zwar seit kurzem schon Fernsehen in hoher Auflösung und komprimiert mit H.264 - das hochauflösende Fernsehen findet allerdings noch beinahe unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Der Grund ist einfach: Die erforderlichen Digital-Receiver mit H.264-Unterstützung gibt es bislang noch nicht zu kaufen; ab Anfang 2006 sollen die Geräte aber für ein breites Publikum verfügbar sein. Ebenfalls im kommenden Jahr werden außerdem die DVD-Nachfolger HD-DVD und Blue-Ray auf den Markt kommen, die beide H.264 als Video-Codec unterstützen werden.
PSP und iPod video unterstützen H.264
Auch wenn H.264 meistens in einem Atemzug mit High-Definition genannt wird, ist eine effizientere Kompression natürlich auch bei niedrigeren Auflösungen für kleinere Bildschirme sinnvoll: Daher unterstützen zum Beispiel die Playstation Portable und der iPod Video das Format.
Und auch wenn im kommenden Jahr zur Fußball-WM die ersten Handy-TV-Sendungen auf den kleinen Displays flimmern, werden die Video-Daten voraussichtlich mit H.264 kodiert. Die derzeit infrage kommenden Handy-TV-Standards DVB-H und DMB setzen beide bei der Video-Kompression auf den Codec.
Konkurrenz aus dem Hause Microsoft
Das Jahr 2006 könnte also der Auftakt für den Siegeszug von H.264 werden. Im Weg stehen wird dem Erfolg des Codec wohl nur Microsoft: Der Software-Riese hat ein Konkurrenz-Produkt namens Windows Media Video High Definition (WMVHD) entwickelt, das auch unter dem Namen VC-1 bekannt ist und vergleichbar gute Kompressionsraten für hochauflösende Videos verspricht.
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