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18.11.2005
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Billig-Rechner für die Dritte Welt kommt nächstes Jahr

100-Dollar-Notebook in Tunis präsentiert

Manuela Vereeken

Das erste 100-Dollar-Notebook ist fertig: Zusammen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan stellte Nicolas Negroponte, Chef des Media Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT), jetzt einen Prototypen des billigen Mobilrechners auf dem zweiten Weltgipfel der UN zur Informationsgesellschaft (WSIS) in Tunis vor. Der Laptop soll ab kommendem Jahr an Schüler in Entwicklungsländern verteilt werden; im freien Handel wird er nicht zu erwerben sein.

Zu den ersten Staaten, in denen das Notebook eingeführt wird, sollen China, Brasilien, Argentinien, Nigeria, Thailand und Ägypten gehören. Die Bildungsministerien der entsprechenden Länder können jedoch nur einen Laptop pro Kind bestellen; ein Missbrauch des günstigen Rechnerangebots soll somit vermieden werden. Ziel des 100-Dollar-Notebook-Projekts ist es, ärmeren Ländern einen Anschluss an die führenden Informationsgesellschaften zu ermöglichen.

Zielgerichtete Ausstattung und Design - das spart Geld

Betrieben wird das 100-Dollar-Notebook mit einem AMD-Prozessor (500 MHz) sowie dem freien Betriebssystem Linux. Hinzu kommen ein Gigabyte Flash-Speicher und ein WLAN-Modul. So ausgestattet soll der Laptop alle notwendigen Basisfunktionen ausführen können; ein einfacher Internet-Zugang ist ebenfalls möglich. Gespart wurde bei dem günstigen Mobilrechner vor allem an teuren Displays. Statt kostspieligen LCDs mit Flüssigkristallen kommt hier eine simple Alternativtechnologie zum Einsatz, bei der das anzuzeigende Bild von einem Chip produziert, anschließend mehrfach projiziert und dann auf einen spiegelähnlichen Bildschirm geworfen wird.

100dollarnotebook

  • 100-Dollar-Notebook des MIT
  • 100-Dollar-Notebook des MIT
  • 100-Dollar-Notebook des MIT
  • 100-Dollar-Notebook des MIT
100-Dollar-Notebook

In puncto Design wurde darauf geachtet, dass das Notebook vor allem robust und praktisch ist: Damit der Laptop auch auf langen Schulwegen leicht zu transportieren ist, dient das integrierte Netzteil gleichzeitig als Tragegriff, das Kabel wird zum Schultergurt. Darüber hinaus schützt ein spezieller Gummiüberzug das Gerät vor allerlei Umwelteinflüssen und klimatischen Schwankungen. Die Stromversorgung kann zudem alternativ auch über eine Handkurbel erfolgen, mit der sich der Akku (teilweise) wieder aufladen lässt. Eine Minute Körpereinsatz soll dabei je nach Anwendung zehn bis 30 Minuten Notebook-Betrieb ermöglichen.


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Tweek, am 18.11.2005 10:23

Haben will!!!!

Apple soll angeblich OS X für die Kiste angeboten haben, die Macher haben dankend abgelehnt, weil OS X kein Open Source ist.


nonym, am 18.11.2005 20:44

Ich finds auch schade, dass das Ding nicht auch hier verkauft wird. Von mir aus auch für das Doppelte oder Dreifache des Preises - und der Gewinn könnte dann weitere Notebooks für die dritte Welt subventionieren. Aber Microsoft würde wahrscheinlich die Krise kriegen, wenn es plötzlich 300 Euro-Notebooks mit Linux im Handel gäbe ...


Jan, am 18.11.2005 22:07

Will auch so ein Ding. Na toll. Muss mich jetzt extra schwarz anmalen und nach Afrika reisen und das arme Bettelkind spielen nur um das Teil zu kriegen. Aber Die Idee es hier auch zu verkaufen und jeweils 10-20€ vom Nootbook in das Projekt einfließen zu lassen, wär doch echt ne super Sache.


arno nühm, am 25.11.2005 15:40

wird sicher net soo lange dauern bis die ersten bei ebay auftauchen ;)


Tweek, am 28.11.2005 10:32

Zitat:

Von mir aus auch für das Doppelte oder Dreifache des Preises -

Stimmt, das Ding könnte *locker* mal 250 Euro oder mehr kosten. Zieht man den Händler-Krams und Überführung usw. ab, sind bestimmt noch 80% Reingewinn drin. Die könnten auf direktem Wege in die Förderung von Schulen oder der Frauenrechte gesteckt werden.


tollpatsch76, am 14.03.2006 10:21

und in 20Jahren sind nicht nur die Chinesen und Inder schlau genug, gegen die seltsame Europolitik anzudiskutieren. Die Inder waren vor kurzem noch auf 60er Jahre-Stand im Automobilbau. Die Afrikaner werden auch so schnell aufholen, wenns denn mal zündet...
...verkaufen die uns dann ´nen Rechner


Tweek, am 16.03.2006 10:43

Zitat:

Die Afrikaner werden auch so schnell aufholen, wenns denn mal zündet...


Mit einem Unterschied: Während Indien und China den Vorteil haben, dass dort seit Jahrzehnten Frieden herrscht, von einigen Drohgebärden und Terroristen mal abgesehen. Obendrein gibt es dort Infrastruktur und Bildungswesen, es sind Staaten, die funktionieren.
Im Gegensatz dazu sind zahlreiche afrikanische Länder im Dauerkriegszustand.

Klar könnten die uns überholen, aber dafür müssen die erstmal essentielle Probleme lösen, zum Beispiel muss ein vernünftiges Staatswesen her und die Ernährung und Bildung sollte auch gesichert werden...


BiGBeN_87, am 10.04.2006 21:07

Dito, ich wäre auch interessiert.

Wie wärs mit ner etwas stärkeren erste-Welt-Ausgabe?
Ich hätte gern mehr (ziemlich kostenintesiven) Speicher. Das sollte sich auch ganz simpel machen lassen ... einfach den 512er Flash weglassen und nen 2GB Reigel anstelle rein. Und schon hat man ein richtig gutes Thincleint Notebook.

Was für die dritte Welt toll ist, kann auch hier einne reelle Chance haben.


Und?, am 10.04.2006 21:17

Was könnte denn besser für Europa sein, als starke Konkurrenz? Was könnte effektiver zur Auseinadersetzung mit dem europäischen Demokratiesystems anrgegen, als eine starke Alternative?

Ich denke, solange wirtschaftlich und wissenschaftlich benachteiligte Gebiete Hilfe brauchen, ist es zum eigenen Vorteil der Spender, ihnen Hilfe zuzugestehen.

Gegenfrage:
Was willst du denn sonst? Willst du Afrika klein halten, oder was?


Tweek, am 11.04.2006 10:04

Zitat:

Was willst du denn sonst? Willst du Afrika klein halten, oder was?


Ich denke, Afrika hält sich selbst schon klein genug. Da muss man nicht nachhelfen :-/


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