Wenn OS X auf Standard-Hardware läuft
Im Test: Der selbstgebaute Intel-Mac
Michael Knott
Problemlose Installation
So einfach ist das natürlich nicht, denn Mac OS X funktioniert nur auf ganz spezieller Hardware, vor allem das Mainboard ist eine wichtige Komponente, weniger wegen des Boards, als vielmehr aufgrund der Onboard-Grafik. Andere Karten werden bisher von Mac OS X x86 nicht unterstützt. Oder doch? "Nein, keine Chance, ich habe im Rechner zwar noch eine weitere Grafikkarte, die ist aber für den Windows-Betrieb." Das Board, das T. verwendet, erlaubt den parallelen Betrieb von Onboard-Grafik und einer Grafikkarte im AGP- oder PCI-Express-Slot. Michael T. grinst: "Ich hatte die für PCI-Express noch rumfliegen, die wird sowieso nur von Windows genutzt."
Die Installation verläuft problemlos: "Es ist zwar ein bisschen Frickelkram, lässt sich dann aber doch dank des vollständig gepatchten Disk-Images recht schnell erledigen", merkt T. an. "Für die breite Masse ist die Installation aber nichts, man muss schon einige Kniffe kennen." Die hat er aus dem Wiki des OSX86-Projekt: "Dort steht eigentlich alles, was man wissen muss. Da gibt es sogar Kompatibilitätslisten, welche Hardware funktioniert und welche nicht."
intelmac
Intel-Mac im TestExtrem flott
Einfach war es trotzdem: Michael T. gibt an, dass er nur rund zwei Stunden für die Installation gebraucht habe, vom Disk-Image zum fertigen System. Natürlich war der Rechner zu diesem Zeitpunkt schon zusammengesetzt. Ob es bei der Installation Probleme gab? "Nein, das Image habe ich mit Nero gebrannt, es ist bootfähig und die Installation läuft einfach durch. Allerdings muss man die Windows-Platte bei der Installation abhängen, sonst zerschießt Mac OS X das System." Die Installation auf einer Extra-Partition ist also unmöglich, Mac OS X möchte eine eigene Festplatte haben. "Nach dem Aufsetzen kann man Windows wieder anschließen. Ein Bootmanager erledigt den Rest."
Doch wie schaut es mit der Performance aus? Ein Bootmanager entscheidet, ob Windows oder Mac OS X gebootet werden soll. Danach legt Mac OS X richtig vor: Keine 30 Sekunden werden bis zum Login-Bildschirm benötigt. Das ist schneller als jeder Powermac G5. Nach dem Login ist Mac OS X auf der Stelle da, die Geschwindigkeit der Oberfläche ist allerdings nur auf mac-mini-Niveau. "Das liegt an der Rosetta-Emulation und hat auch damit zu tun, dass Pentiums kein Altivec können". Entsprechend enttäuschend sehen die Altivec-beschleunigten Effekte der Aqua-Oberfläche aus. Das Dock ruckelt, die Vergrößerungseffekte sehen verstümmelt aus.
Emulation benötigt
"Es ist ein Unterschied, ob Universal Binaries oder PowerPC-Programme zum Einsatz kommen", sagt T. und demonstriert iPhoto gegen Photoshop. Ersteres ist als Apple-Produkt bereits an die Intel-Architektur angepasst, letzteres wurde von Adobe noch nicht portiert. Die Performance-Unterschiede sind signifikant: Während Apples Photo-Manager binnen kürzester Zeit startet und durchaus die auf einem Pentium 4 mit 3,4 Gigahertz zu erwartende Performance bringt, wird Photoshop den Performance-Angaben nicht gerecht. "Das Problem ist, dass Photoshop in der Rosetta-Emulation läuft." Die allerdings funktioniert einwandfrei und trotz des Performance-Bruchs durch die Emulation läuft das Programm immer noch auf dem Niveau eines kleinen mac mini. Damit lässt sich durchaus arbeiten, was beachtlich ist, bringen doch Intel-Emulationen auf PowerPC-Rechnern wesentlich weniger Leistung, was aber auch mit Windows XP zusammenhängen könnte.
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