Elektronischer Nischenplayer
Vonyc: Paul van Dyks Downloadshop im Test
Sascha Hottes
Erschreckt haben wir uns beim obligatorischen "Mr Questionman"-Test. Das kleine Tool zeigt die eingesetzte Encoder-Software und die Bitrate einer MP3-Datei an. Im Fall von Vonyc waren die Songs mit einem minderwertigen Encoder (Xing) enkodiert. Die Bitrate ist mit 32 kBit/s auf Klingelton-Niveau. In der Vonyc-Hilfe werden jedoch 192 kBit/s versprochen. Des Rätsels Lösung: Die MP3-Dateien wurden tatsächlich mit 192 kBit/s enkodiert, tatsächlich auch mit Xing. Allerdings hatte die variable Bitrate den Mr Questionman verwirrt. Richtige Ergebnisse liefert das ähnliche Tool "Encspot". Die Songs sind mit 192 kBit/s VBR enkodiert. Das bestätigte uns auch Alexa Gerth von Vonyc.
Alternativ kann man sich bei Vonyc seine Songs auch im WAV-Format herunterladen. Damit hat sich die Qualitätsdiskussion ohnehin erledigt. Besser können Donwloaddienste keine Musik-Dateien anbieten. Auch die WAV-Dateien sind mit einem Wasserzeichen ausgestattet. Wer die urheberrechtlich geschützten Dateien illegal anbietet, muss auch im Falle der WAV-Dateien mit Ärger rechnen. Der Download wird über das Menü angefordert, eine Anweisung wie die Songs auf die Festplatte gelangen, gibt es per eMail.
Die zum Vorhören angebotenen Clips haben eine niedrigere Qualität von 64 kBit/s und sind auf 30 Sekunden beschränkt. Sogar hier zeigt sich die gute Gestaltung: Zum Probehören bedarf es keinen separaten Player wie Windows Media oder Real. Die Musik wird über einen webseitenintegrierten Flash-Player abgespielt. Das ist praktisch, immerhin haben fast alle Browser standardmäßig Flash installiert.
Vonyc
VonycFazit: Klein, fein, gut gemacht!
Zugegeben, die Musik ist natürlich Geschmackssache. Wer aber auf elektronische Musik aus dem Hause van Dyk und Kollegen steht, der findet hier nicht nur seine Songs in einer guten Qualität sondern in der bestmöglichen Qualität. WAV-Dateien für 1,29 Euro stellen die günstigen iTunes- oder Yahoo-Preise in den Schatten - zumal Vonyc auf einen Kopierschutz verzichtet und statt dessen auf das wesentlich kompatiblere Wasserzeichen setzt.
Ebenfalls gelungen ist die Verknüpfung von Radio und Shop. Das Radio sorgt für musikalische Abwechslung, das ist sicherlich die beste Methode neue Musik kennen zu lernen. Es kann als verkleinertes Fenster im Hintergrund beim Surfen laufen.
Vonyc deckt mit seinem Angebot eine Nische ab, kann da aber voll überzeugen. Anstelle einer Standard-Plattform wie OD2 oder 24/7 hat Paul van Dyk mit seinem Team einen eigenen Shop gebaut, der gelungen ist. Bei Vonyc konzentriert man sich auf das wesentliche, elektronische Musik. Dabei hilft die eigene Erfahrung, die Paul van Dyk und sein Label gesammelt haben.
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