Warum Skype für eBay ein guter Einkauf ist
eBay kauft Skype für 2,6 Milliarden Dollar - was jetzt?
Lars Gurow
Drei, zwei, eins, meins: Das Online-Auktionshaus eBay hat den VoIP-Anbieter Skype gekauft. Und zwar für 2,6 Milliarden US-Dollar, das sind rund 2,1 Milliarden Euro. Wenn Skype die gesteckten Ziele erreicht, muss eBay nochmal 1,5 Milliarden Dollar drauflegen (1,2 Milliarden Euro). Damit enden die Spekulationen um einen Verkauf des VoIP-Pioniers. Allerdings kommen jetzt Fragen auf: Was will eBay mit Skype?
Was auf den ersten Blick wie ein ziemlich wahlloser und kostspieliger Frustkauf aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als strategischer Zug: eBay musste wachsen, um mit Google und Co. mithalten zu können. Mit Online-Auktionen ging das nicht mehr. Mit Skype hingegen könnte sich eine Wende anbahnen: Vom Auktionshaus zur E-Commerce- und Kommunikationsplattform.
Per-per-Skype
Denn wenn eBay- und Skype-Account zusammengelegt werden und das ganze dann per PayPal bezahlt wird, schlägt eBay zwei Fliegen mit einer Klappe: Man muss sich nicht mehr für die Dienste getrennt anmelden, was in der Regel die größte Hürde beim Einstieg in einen neuen Dienst darstellt. So wäre der eBay- auch gleichzeitig der Skype-Account.
Außerdem ließe sich ein Sprachdienst noch gut in die Kaufabwicklung einbinden, sodass die Kommunikation zwischen den Geschäftspartnern einfacher vonstatten geht. Ebenso denkbar wäre aber auch Skype als eine Art Auktionsmanager oder als Bezahldienst.
wunschname@ebay.de?
Ebenso könnte eBay aber auch zu einem großen Kommunikationsanbieter werden: eBay und Skype verwalten bereits jetzt Millionen von Kunden, und eBay bräuchte nur noch einen Mail-Dienst aufzusetzen - schon gibt es einen neuen großen Player in der Mailer-Welt und damit Konkurrenz für MSN, Yahoo und Google.
Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Zusammenarbeit von eBay und Skype als erstes zeigen wird. Die Unternehmen bleiben zunächst unabhängig und als eigene Marken bestehen. Auch Skype-Boss Niklas Zennström wird seinen Posten behalten. Dabei ist er ein gemachter Mann: Neben einigen Wagniskapitalgebern gehörte Skype hauptsächlich ihm und dem Mitbegründer Janus Friis - die beiden dürften sich auf eine dicken Scheck freuen.
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