Online-Übersetzungs-Tools im Vergleich
Online-Übersetzer im Test: Wer löst das Sprachgewirr?
Christian Rentrop
Informationen ohne Grenzen - das Internet bietet alles, was das Herz des modernen Informationsjunkies begehrt. Allerdings gibt es sehr wohl Grenzen, in Form von Sprachbarrieren. Das Web ist polyglot, doch kein Surfer ist in der Lage, die rund 6500 Sprachen und Dialekte der Welt zu beherrschen. Für die rund zehn "Weltsprachen" gibt es allerdings Abhilfe in Form von Online-Übersetzern. Dieser Test zeigt, was sie können.
Weltsprachen: Die Definition
Der Begriff "Weltsprache" ist variabel. Normalerweise werden Englisch, Spanisch und Französisch als Weltsprachen behandelt, einfach weil sie, auch dank des kolonialen Erbes, in vielen Teilen der Welt verstanden werden. Wenn man allerdings von der Zahl der Muttersprachler ausgeht, steht chinesisch, genauer gesagt Mandarin an erster Stelle: Rund 900 Millionen Menschen auf der Erde sprechen den "Hochchinesisch" genannten chinesischen Dialekt. An zweiter Stelle folgen Spanisch und Englisch mit jeweils rund 330 Millionen Muttersprachlern.
Deutsch findet sich in der Liste der Weltsprachen weit abgeschlagen hinter Arabisch, Russisch und Japanisch, auf Platz zehn mit 120 Millionen Muttersprachlern. Nur die "Weltsprache" Französisch ist mit rund 72 Millionen Muttersprachlern schon fast im Aussterben begriffen - manch gequälten Mittelstufen-Schüler dürfte das nicht unerheblich freuen.
translation
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Nichtssagende Statistiken
Das Problem ist, dass die Muttersprachler-Statistiken nicht aufzeigen, welche Sprachen tatsächlich gesprochen werden. So sind die meisten Deutschen problemlos in der Lage, sich auf Englisch und sogar Französisch oder Spanisch zu verständigen, einfach weil diese Sprachen in der Schule gelehrt werden. Viele US-Amerikaner sprechen fließend Spanisch als Zweitsprache und die meisten gebildeten Chinesen und Japaner dürften kein Problem mit Englisch haben. Netto ist und bleibt also Englisch die einzige wirklich dominierende Weltsprache. Mit Englisch kommt der Reisewillige fast überall weiter. Und genau aus diesem Grund soll den Online-Übersetzern mit Übersetzungen ins und aus dem Englischen auf den Zahn gefühlt werden.
Die Testkandidaten sind die Übersetzungstools von Prompt, Google, Reverso und Systran. Diese vier Übersetzungsroutinen dominieren die Übersetzungsseiten im Web und sind auf fast allen Übersetzungs-Websites zu finden. So bedient sich die beliebte Babelfish-Übersetzung des Suchdienstes Altavista der Routinen von Systran, während Lycos auf Reverso setzt. Der Online-Translator wird von Prompt befeuert, Google setzt als einziger Übersetzungs-Dienst auf eigene Routinen.
Komplette Websites übersetzen
Praktischerweise bieten alle Übersetzungs-Tools im Test eine komplette Website-Übersetzung. Das heißt, man kann sich die Netzwelt auch problemlos auf Französisch oder Englisch betrachten. Allerdings sind die Ergebnisse in solchen Fällen eher amüsant als hilfreich.
Die Testkriterien, die von der Redaktion festgelegt wurden, sind praxistauglich. Da die Online-Übersetzer, wie der Name schon sagt, nur online benutzt werden können, sollten auch nur Dinge übersetzt werden, die man gewöhnlich online nachschlagen würde. Das heißt: Stellen aus Songtexten, Briefen und Gebrauchsanleitungen. Und so wurden dann auch gleich drei Passagen aus verschiedenen Songs gewählt: "The importance of being idle" von Oasis, "Candy Shop" von 50Cent und "Denkmal" von Wir sind Helden. Zusätzlich wurde ein Absatz aus der Gebrauchsanleitung des iPod mini ausgewählt und ein Satz, der gerne in Mails an Urlaubsbekanntschaften verwendet wird: "Schade, dass der Urlaub zuende ist. Es war wunderschön, mit Dir am Strand zu liegen und Dich zu küssen."
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