Musicload attackiert iTunes Music Store
Musikdienste: Sind 79 Cent-Songs zu billig?
Sascha Hottes
Musik hat ihren Preis. Dass die Musikindustrie keine Songs zu verschenken hat, ist auch klar. Wie teuer Songs sein sollten und dürfen hat eine neue Debatte ausgelöst. Dabei geht es um die angeblich subventionierten Songs des iTunes Music Store. Verkauft Apple seine Songs nur, um den iPod an den Mann zu bringen?
Die Rechnung klingt einleuchtend: Verdiene kaum etwas (oder gar nichts) an den Songs und verkaufe deine Hardware teuer. So soll es der Marktführer der Online-Musikdienste angeblich machen. Apple hat mit 99 Cent eines der preisgünstigsten Angebote im Netz, der iPod von Apple, ebenfalls Marktführer in seiner Klasse, wird dagegen mit einer immensen Marge verkauft.
iTunes als iPod-Subvention
Wenn das stimmt, dann ist auch der Vorwurf von einigen Kollegen berechtigt, die behaupten, dass Apple Musik zur Ramschware machen würde, um den eigenen iPod an den Mann zu bringen. Susanne Peter etwa, Chefin des T-Online-Musikdiensts Musicload. Sie äußerte sich in der Musikwoche (Ausgabe 29-2005) auf die Frage nach einem Stopp durch die Musikindustrie für "Dumping-Musikdienste", die Songs für 79 Cent anbieten kritisch. "Anbieter, die mit preiswerter digitaler Musik und dem dazugehörigen Rechtemanagement lediglich ihre Hardware verkaufen oder ihr Portal vermarkten wollen, gefährden den Musikmarkt."
Der iTunes Music Store wurde zwar nicht namentlich genannt, es liegt aber auf der Hand, wem der Schuß galt. Der einzige andere Musikdienst mit Hardware ist Sony Connect und da werden keine günstigen Songs verkauft. Der Walkman hat auch nicht wegen der ATRAC-Songs an Marktanteile gewonnen, sondern erst nach Einführung der MP3-Funktion.
T-Online: "Fokussierung auf "billig" könnte Industrie schaden"
Ähnlich kritisch gegenüber günstigen Anbietern hat sich auch T-Online Pressesprecher Martin Frommhold gegenüber netzwelt bereits vor einigen Tagen geäußert. Dort heißt es unter anderem: "Zum 99 Cent-Preis muss man aber auch sagen, dass wir uns von den Labels ein eindeutiges Signal in den Markt hinein wünschen würden. Schließlich haben sie die Macht Dumpingpreisen entgegenzuwirken und der Gefährdung, die dem Musikmarkt allgemein durch Anbieter droht, die mit noch geringeren Preisen für digitale Musik und dem dazugehörigen Rechtemanagement lediglich ihre Hardware verkaufen oder ihr Portal vermarkten wollen, entgegen zu treten. Denn letztlich könnte die Fokussierung auf "billig" nicht nur das Kulturgut Musik samt der Existenzgrundlage von Urhebern gefährden, sondern auch die Musikindustrie selbst," so Frommhold.
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