Spyware oder nicht?
Vereinsmeierei: Was ist eigentlich Spyware?
Christian Rentrop
Der Computer wird langsamer und langsamer, ständig kommt es zu nicht reproduzierbaren Abstürzen. Die Ursache ist schnell gefunden: Dank der exzessiven Nutzung von Filesharing-Programmen ist der Rechner mit Spionage-Software, sogenannter Spyware, zugemüllt, die sich nur schwer wieder entfernen lässt. Doch was ist Spyware eigentlich?
Namhafte Unternehmen
Wo hören Marketing und Kopierschutz auf, wo fängt Spyware an? Mit diesen Fragen befasst sich nun ein neu gegründeter Verein namens Center for Democracy and Technology, dessen Ziel eine Normung des Begriffs Spyware ist. Dazu vereint das CDT namhafte Software-Hersteller unter einem Dach. So ist Microsoft genauso mit von der Partie wie McAfee, Yahoo oder Symantec.
Es geht also darum, einen verbindlichen Begriff für Spyware zu finden. Denn während die eine Firma Spyware und Trojaner gleichsetzt, verwendet die andere Firma den Begriff "Spyware" ausschließlich für versteckte Marketing-Tools. Sind Cookies schon Spyware oder ist Windows XP noch Spyware? Wie sieht es mit all den Marketing-Programmen aus? Dabei ist im Grunde doch alles Spyware, was spioniert, das legt der Namen nahe.
Unklare Begrifflichkeiten
Doch warum muss der Begriff eigentlich vereinheitlicht werden? Das hängt damit zusammen, dass der Verbraucher immer öfter über solch verwaschene Begriffe stolpert und sich nicht vorstellen kann, was genau mit einem Wort wie "Spyware" gemeint ist. Doch der CDT geht weiter: "Eine der größten Herausforderungen, die wir beim Thema Spyware hatten, ist festzustellen, was es überhaupt ist", so Ari Schwartz, Mitarbeiter im Arbeitskreis der Experten.
Das größte Problem sei es, so Schwartz, dass sowohl aus Sicht der Marketing- als auch der Sicherheitsfirmen ihre Vorgehensweise durchaus legitim ist. Entsprechend wächst das Budget auf beiden Seiten zur Überwindung der jeweils anderen Seite. Mit dem Erfolg, dass Spyware- und Antispyware-Hersteller sich inzwischen ein massives Wettrüsten bieten, das letzten Endes beide Seiten finanziell extrem strapaziert.
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