Wenn Filesharer nicht wissen, was sie tun
Filesharing-Falle: Wenn Tauschbörsen Privates liefern
Michael Knott
Tauschbörsen sind eine feine Sache: Filme, MP3s, Software und alles andere, was sich in ein Dateiformat pressen lässt, kommt frei Haus und quasi kostenlos. Legal ist das alles nicht immer, doch neben dem Risiko, erwischt zu werden, gibt es eine zweite, wesentlich größere Gefahr: Versehentlich freigegebene Dateien. Netzwelt.de recherchierte und fand einige überaus brisante Dinge im Web.
Installiert und in die Falle getappt
Es ist so einfach: P2P-Software installieren und downloaden. Doch wissen Sie eigentlich, was Sie selbst so anbieten? Wenn Sie diese Frage mit "Ja" beantworten können, gehören Sie mit Sicherheit zu den intelligenteren Tauschbörsen-Nutzern. Wie viele User tatsächlich das Prinzip einer Tauschbörse nicht begriffen haben, lässt sich mit einigen Suchaufträgen binnen kürzester Zeit klären.
Die Aufgabe: Möglichst viele Personendaten aus Tauschbörsen herausfiltern und beweisen, dass es möglich ist, ein Persönlichkeitsprofil zu erstellen. Das allerdings hatten wir schon bei der Filesharer-Festplatte gemacht. Natürlich: Die Filesharing-Netze sind wesentlich ergiebiger, aber die Lästerei über ein armes Opfer kam bei manchen Lesern schlecht an, möglicherweise fühlten sie, dass sie dem Teufel nur knapp von der Schippe gesprungen waren.
p2pfund
Tauschbörsen-FundstückeBest of der Tauschbörsen
Deshalb präsentiert Netzwelt.de dieses Mal ein kleines Medley aus den besten Fundstücken im Gnutella-Netz. Übrigens: Wer Persönlichkeits-Profile erstellen möchte, ist bei Gnutella inzwischen am besten aufgehoben. Das hat zwei Gründe: Einerseits hat Gnutella Kazaa als schnelles Netz für kleine Dateien abgelöst. Andererseits gibt es eine wunderbare Funktion im Gnutella-Client mit Namen "Browse Host". Diese Funktion ist ungeheuer praktisch. Angenommen, man findet eine Datei, die Interesse weckt, lässt sich die Quelle durchsuchen. Alle für das Netzwerk freigegebenen Dateien der Quelle lassen sich auf diese Weise aufspüren.
Besonders brisant: Gnutella zeigt die IP-Adresse des Anbieters an, wenn man die Browse Host-Funktion anwendet. Mit Hilfe der IP-Adresse und dem Zeitraum, in der sie verwendet wurde, lässt sich zum Beispiel herausfinden, wer wann was angeboten hat. Allerdings nicht als Privatschnüffler, es sei denn, man hat Kontakte zu einem Rechenzentrum, aber Ermittlungsbehörden bekommen mit einem entsprechenden richterlichen Beschluss problemlos Akteneinsicht bei den Providern. Und da steht dann drin, welcher Kunde die entsprechende IP-Adresse in einem bestimmten Zeitraum inne hatte.
Bluthunde der Musikindustrie
Das Unangenehme bei dieser IP-Adressen-Geschichte ist, dass zum Beispiel Bluthunde der Musikindustrie problemlos sammeln können, wer wann was in welchem Zeitraum angeboten hat. Die Folge: Anzeige und Durchsuchungsbefehl, sofern die Ermittler schnell genug sind. Bei Musik nicht unbedingt so schlimm, doch ein beschlagnahmter Computer ist nie eine schöne Sache.
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