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WMA: Audioformat für Microsoft-Freunde
Christoph Scholl
WMA (Windows Media Audio) ist ein von Microsoft entwickelter Audio-Codec zur verlustbehafteten Kompression von Audiodateien. Vor allem die Einbindung von einem DRM-System (Digital Rights Management) sollte eine echte Alternative zu MP3 schaffen.
Anwendung: WMA will überall mitspielen
Auch wenn das Audioformat, genau wie der Internet Explorer, eine hervorragende Unterstützung und Verbreitung durch das Betriebssystem Windows bekommen hatte, konnte sich Microsoft mit seinem hauseigenen Audio-Codec (anders als mit seinem Web-Browser) nicht durchsetzen. Das liegt vor allem an schlechteren Klangqualitäten im Vergleich zu Konkurrenzformaten wie dem deutlich älteren MP3 oder Open-Source-Formaten wie OggVorbis und MPC.
Vorteile gegenüber diesen Formaten hat WMA im Bereich unter 64 kbps. Dort klingt es zumindest im Vergleich zu MP3 besser. OggVorbis, AAC und MP3-Pro sind hier allerdings auch überlegen. WMA eignete sich deshalb in Zeiten vor DSL gut zur Übertragung von Audiostreams, wie sie etwa bei Internetradios eingesetzt werden. Dort wird der WMA-Codec auch immer noch (oft im Containerformat .asf) verwendet. Im Vergleich zu MP3, das mit Shoutcast eine immense Verbreitung im Internetradio-Sektor hat, spielt WMA aber auch hier eine eher untergeordnete Rolle.
Wegen des DRM-Systems, welches von Anfang an integriert war, setzen einige Musikdienste auf WMA, allen voran natürlich der Microsoft-Dienst MSN-Music. Auch findet sich bei den Hardwareplayern ein deutlich höherer Support wie etwa bei OggVorbis oder Musepack. Die verbreitetsten Software-Player, wie Winamp, foobar2000 und natürlich der Windows Media Player können ebenfalls WMAs abspielen. Probleme kann es jedoch beim Wiedergeben von DRM-geschützten Dateien geben. Wer diese Dateien hören will, muss in den meisten Fällen den Windows Media Player benutzen, da er aus dem selben Hause kommt.
Verfahren und Encoder: Rechtesicherung wichtiger als Qualität
Das Kompressionsverfahren von WMA funktioniert ähnlich wie die MP3-Kompression: Frequenzbereiche, die der Mensch nicht hört, werden herausgefiltert. Ebenso werden Töne, die durch andere überlagert werden, durch ein Maskierungsverfahren entfernt. Dadurch wird Speicherplatz gespart.
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