Multiplexe, Datenraten, Empfangsqualität, Receiver, Antennen und EPG
DVB-T: Analoges vs. digitales Fernsehen
Peter Giesecke
Mehr Programme kommen mit DVB-T ins Fernsehen, dennoch ist der erste Eindruck ernüchternd: Mit dem schnellen Durchzappen ist es nun vorbei. Das Umschalten auf den Nachbarsender dauert zwei Sekunden und länger.
Dennoch lohnt sich der Umstieg. Wo vorher auf 7 bzw. 8 MHz Bandbreite ein Fernsehkanal gesendet wurde, werden nun vier Programme in einem Datenstrom zusammengefasst (Multiplex-Verfahren), wobei statt eines Programms auch ein Mehrwertdienst wie der Videotext-Ersatz MHP gesendet werden kann. Die vier Programme zusammen ergeben ein so genanntes Bouquet.
Theoretisch können bis zu 24 Programme über DVB-T empfangen werden. Derzeit werden aber meist nur 16 oder 20 Sender übertragen. Dabei wird immer ein komplettes Bouquet an eine Sendergruppe vergeben. Diese entscheidet dann, wie sie das Bouquet intern aufteilt. Die RTL-Gruppe schickt zum Beispiel RTL, RTL2, Vox und Super-RTL über den Äther.
Vier Programme in einem Bouquet
Auch die Datenrate wird innerhalb eines Bouquets variabel zugeteilt. So kann der Sportübertragung mit schnellen Bildern auf einem Sender eine höhere Datenrate eingeräumt werden als dem Nachbarsender, der nur eine Dauerwerbesendung überträgt.
Im Mittel wird DVB-T mit einer Datenrate von 3-3,5 Mbit/s übertragen. Im Vergleich zur Konkurrenz TV-Kabel und Satellit ist dies allerdings recht wenig. DVB-C/S überträgt normalerweise mit 5 Mbit/s. DVB-T erreicht damit gerade einmal den Stand, den das analoge Fernsehen bereits hatte.
Im Zusammenhang mit der Datenrate ist natürlich auch das Komprimierungsverfahren wichtig, hier kommt MPEG-2 zum Einsatz. Wer mit seinem Rechner DVB-T empfängt, kann den Datenstrom also in einem Schwung direkt auf die Festplatte bannen und dort weiter verarbeiten. Voraussetzung ist allerdings ein Receiver, der zwischen Antenne und Fernsehgerät oder Computer geschaltet wird.
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