Spam kostenlos auffangen, lesen und trotzdem vermeiden
Mailinator.com: Spam-Fänger der anderen Art
Christian Rentrop
Gegenüber dem Einsatz einer vollständig gefälschten Email-Adresse ergeben sich noch weitere Vorteile: Man kann nicht aus Versehen ein fremdes Postfach zum Opfer machen, außerdem kann überprüft werden, ob sich vielleicht jemand mit einem ehrlichen Ansinnen auf die Email-Adresse gemeldet hat.
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Allerdings gibt es auch Nachteile: Weil der Dienst nur eine Phantom-Adresse ist, kann, wie bereits gesagt, nicht geantwortet werden. Doch das ist nebensächlich, wichtiger ist die Tatsache, dass die Mails im Mailinator-Account für jeden lesbar sind, der die Adresse kennt.
Angenommen, man ist als Karl.Mueller@Mailinator.com im Usenet unterwegs, sind sämtliche User, die die Nachrichten erhalten, gleichzeitig in der Lage, das Postfach abzufragen. Denn jeder Usenet-User kann sehen, welche Email-Adresse der Urheber einer Nachricht verwendet hat. Mailinator.com angesurft, Adresse eingegeben, schon kann man in die Inbox schauen. Deshalb sollte der Dienst tunlichst nicht für private Nachrichten verwendet werden, sondern ausschließlich für Spam-gefährdete Bereiche.
Keine Anhänge, keine FeaturesEbenfalls nicht möglich: Der Empfang von HTML-Mails oder Anhängen. Für solche Zwecke muss wieder die gute, alte, echte Adresse bemüht werden, denn Mailinator filtert HTML, Bilder, Anhänge und ähnlichen Kram strikt aus der Email heraus. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist der Dienst damit nicht per Anhang-Bomberei außer Gefecht zu setzen, zum anderen kann sich kein unvorsichtiger Betrachter einen Wurm oder Virus via Mailinator einfangen.
Doch der Dienst dient nicht nur unbedingt der Spam-Vermeidung. Er lässt sich auch prima für schnelle Emails unterwegs benutzen, wenn zum Beispiel eine Anfrage an einen Kundendienst gestellt werden muss. Da reicht normalerweise eine Email und man muss nicht ständig seine Login-Daten für die "echte" Email-Adresse mitschleppen. Außerdem wird so effizient verhindert, dass das Unternehmen die eigene Adresse in die Datenbank aufnimmt.
Ideal für Usenet-Nutzer und FilesharerDa die Mails binnen weniger Stunden gelöscht werden, sind sie leider nach dieser Zeit auch nicht mehr nachvollziehbar. Sollten Mails tatsächlich länger aufbewahrt werden, empfehlen selbst die Macher von Mailinator den Einsatz eines echten Webmail-Dienstes.
Mailinator empfiehlt sich also für alle Bereiche, in denen eine Email-Adresse zwingende Voraussetzung ist, der Nutzer davon aber keinerlei Vorteile hat. Dazu zählt neben dem Usenet auch der Login auf vielen FTP-Servern oder die Eintragung bei irgendwelchen Tauschbörsen wie Kazaa. Der Dienst bietet eine völlig anonyme Phantom-Adresse an, auf der Emails landen, ohne dass der Absender eine Fehlermeldung bekommt. Spammer können diese Adresse bombardieren, bis sie blau werden, trotzdem bleibt das eigene Postfach sauber.
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