Ein Autor, ein Mailprogramm und ein Monat Spam
Test: Das Spam-Experiment
Christian Rentrop
Spam, das sind vor allen Dingen nervige Werbenachrichten. Doch auch Viren landen oft kommentarlos im Spam-Ordner, sofern das Programm denn gut konfiguriert ist. Und wenn dann doch einmal etwas übrig bleibt, hilft in den meisten modernen Mail-Programmen ein Druck auf den "Spam"-Button, um auch diesen Typ Nachricht fürderhin in Isolationshaft zu stecken.
Das Spam-Aufkommen eines normalen Arbeitstages schrie förmlich nach einem Selbstversuch. Und so machte sich ein mutiger Sec-World-Redakteur auf, einmal an seinen eigenen Postfächern zu testen, was eigentlich so anfällt im Laufe eines Monats. Würde die Festplatte vor unerwünschten Nachrichten überlaufen oder waren die Meldungen über das hohe Spam-Aufkommen nichts als Panikmache?
Die VorbereitungenSo wurde also das Email-Programm neu konfiguriert: Spam automatisch löschen? Nie! Vier Postfächer, zwei davon privat und die Frage, was wohl am Ende dabei herauskommt. Die Waffe der Wahl: Apple Mail, aber natürlich ist jedes Mailprogramm mit Spam-Filter eine geeignete Testumgebung.
Zuallererst: Nein, die Festplatte wurde nicht gesprengt. Das Spam-Aufkommen für alle vier Postfächer betrug zwischen dem Abend des 22. Juni 2004 und dem gleichen Tag im Folgemonat exakt 442 Mails. Klingt wenig, ist es aber nicht. 30 Tage Spam-Beobachtung. Rund 15 unerwünschte Nachrichten pro Tag, verteilt auf 4 Postfächer.
Eine Auswahl verschiedener Mail-KontenDoch der Sec-World-Redakteur wäre kein Sec-World-Redakteur, wenn er bei den vier Postfächern nicht eine gewisse Auswahl getroffen hätte. Von jedem etwas, vom Dosenfleisch-Fresser bis hin zum Vegetarier, einem Postfach mit eingebautem serverseitigen Spam-Filter und Zugangssperre für Mailadressen außerhalb des Netzwerks.
Dieser Account weist über den gesamten Testzeitraum keine einzige Spam-Mitteilung auf, einzig der ein oder andere Virus kursierte, aber auch nicht sonderlich ausgeprägt. Doch dieser Account ist auch ziemlich witzlos, immerhin ist die Mailadresse akademisch lang, dem Unix-versessenen Admin sei dank, und wird deswegen ungern für externen Kontakt genutzt. Sie dient also nur Verteiler-Zwecken und die Verteiler können nicht von außerhalb genutzt werden.
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