Zahlen, bitte
Musik-Download-Preise - wer kriegt was?
Olga Bomke
Was kostet ein Download? Wer bekommt wieviel? Können 99-Cent-Tracks Profitabilität garantieren? Mit folgendem Artikel wollen wir Licht ins Dunkel bringen und zeigen wer alles an den Musik-Downloads mitverdient, und vor allem, wieviel.
Seit dem Start von Apples iTunes Music Store reißen die Diskussionen nicht mehr ab. Haben sie wirklich zig Millionen Downloads verkauft? Wann kommen sie tatsächlich nach Europa? Arbeiten sie wirklich an der Weiterentwicklung der iTunes-Software zur Kompatibilität mit Windows-Rechnern? Was verdient Steve Jobs eigentlich an jedem Download? Und was verdienen die Plattenfirmen?
Außerdem kennt man aus zahlreichen Diskussionen im professionellen und semi-professionellen Umfeld die Argumentation: die Kosten für die CD-Herstellung fallen weg und überhaupt verkaufen die Plattenfirmen dann ja auch ohne über den Umweg Händler (meist als Synonym für Mediamarkt und Konsorten gedacht) direkt an den Kunden: diese Vorteile müssen sich im Preis eines Downloads niederschlagen und der darf nicht höher sein als beim Tonträger - immerhin gibt’s nur ein komprimiertes Audioformat, also nur "Fast-CD-Qualität" und kein Booklet....
O,99 Euro oder 0,99 US$ hat sich in den letzten Monaten als Preis für einen Download etabliert. AOL Deutschland verlangt für die Warner-Titel in ihrem Download-Piloten zwischen 1,49 Euro und 1,99 Euro.
Von der Wertschöpfungskette zum Wertschöpfungsnetz
Daß sich die Wertschöpfungskette verkürzt, sozusagen vom Studio direkt ins Netz, wie sich viele vorstellen, ist sicherlich eine Milchmädchen-Rechnung. Eigentlich verzweigt sich die Wertschöpfungskette der Musikhersteller durch die digitale Distribution via Internet und seit O2 auch via Handy und vielleicht schon bald auch über andere Übertragungswege zu einem Wertschöpfungsnetz.
Der Tonträger selbst wird sicherlich nicht so bald aussterben, wie viele in den letzten Jahren geunkt haben. Allerdings wird bei Wiederauflagen alter Titel oder auch bei Spezialsegmenten sicherlich in Zukunft stärker über eine neue Pressung von 300 - 500 Tonträgern nachgedacht werden müssen. Einen Vorteil bringt die digitale Distribution auf jeden Fall für die Musikwirtschaft: das leidige Thema Retouren, die in der Administration sehr aufwendig sind, extra Kosten verursachen und Quartalsumsätze verhageln können, ist hier endlich erledigt.

Beim C-Commerce werden die Wertschöpfungsketten aus dem klassischen Handel zum Wertschöpfungsnetz. Daß diese Ketten durch Internet-Technologien verkürzt werden können, das ist ein oft zitierter Mythos.
Mehr über: Audio, Online-Musikmarkt, Hintergrundwissen
-
Beschlossene Sache: Erstes Major-Label verzichtet auf DRM
EMI-Songs ohne DRM im iTunes Store -
Musik-Downloads: Preiskampf um iTunes-Songs
Musikindustrie und Apple streiten um Preise - bleiben die Verbraucher auf der Strecke? -
Apple iTunes: Filme zeitgleich zum DVD-Start verfügbar
Filme von Major-Studios für US-Nutzer zum Download und Verleih
Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen
Musik-Download-Preise - wer kriegt was?
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben










